Bewahrung der Schöpfung - Umwelttipp des Monats August 2008
Faires Geld für Faire Produkte
Gerechter Lohn für harte Arbeit ist keine Selbstverständlichkeit. Besonders Kleinproduzenten und Kleinproduzentinnen in den armen Ländern des Südens sind häufig dazu gezwungen, ihre Produkte zu Niedrigpreisen zu verkaufen. Der Gewinn reicht kaum fürs Überleben. Und medizinische Versorgung, Ausbildung oder Rücklagen für das Alter kann man sich nicht leisten.
Die Vermarktung über den Fairen Handel bietet in dieser Lebenslage eine Chance. Es werden faire Preise bezahlt. Vor allem garantiert man den Erzeugerinnen und Erzeugern von Kaffee, Tee, Kakao, Nüssen und vielem mehr langfristige Lieferverträge.
Genauso wichtig wie die faire Vermarktung ist für viele Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika aber auch eine Chance zur Existenzgründung. Sie brauchen Geld für die Anschaffung einer Maschine oder für die Vorfinanzierung von Ernten. Auch Transport- und Lagerkapazitäten sind erforderlich. Von normalen Banken erhalten sie keinen Kredit, da sie nicht für kreditwürdig gehalten werden. Oder die Zinsen sind unangemessen hoch.
Unterstützung kommt von der internationalen ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft mit dem Namen Oikocredit. Sie vergibt bewusst zinsgünstige und langfristige Kredite an Genossenschaften in den Ländern des Südens. Dort werden produktive, ökologische Arbeitsplätze mit gerechtem Lohn geschaffen. In Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen vor Ort vergibt Oikocredit auch Mikrokredite. So konnten erfolgreiche Kleinunternehmen gegründet werden.
Die Hilfe zur Selbsthilfe hat sich bewährt. Mittlerweile kooperiert Oikocredit mit 300 Partnern in 60 Ländern. Nahezu 90 Prozent der Kreditnehmer und Kreditnehmerinnen arbeiten rentabel und zahlen die Kredite zurück. Verluste fängt Oikocredit durch Rücklagen auf.
Wenn Sie den Fairen Handel unterstützen möchten, können Sie im Supermarkt gezielt nach Produkten mit dem Trans Fair-Siegel Ausschau halten. Ein noch viel größeres Sortiment an fair gehandelten Lebensmitteln, Textilien, Schmuck und Kunsthandwerk halten Eine-Welt-Läden vor.
Eine andere Möglichkeit: Sie legen Geld, das Sie zur Zeit nicht brauchen, bei Oikocredit an. Dazu wenden Sie sich am besten an Oikocredit Westdeutscher Förderkreis, Adenauerallee 37, 53113 Bonn, Fon: 0228/9259738, oikocredit.bonn@t-online.de. Die jährliche Dividende ist zwar gering und liegt etwa bei zwei Prozent. Der Ertrag ist jedoch stabil. Für die Anlage wird man Mitglied im Förderkreis. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 20,00 € pro Jahr. Auf der Internetseite www.oikocredit.org erfahren Sie mehr zum Thema.
31.07.2008
