„Aufbruch – kein Strohfeuer“

1.000 Besucher erlebten das Abschlusskonzert der „Lippischen Gospeltage“

Die Vorsänger Ulrike Lehnert und Andreas Schmidt vom PoGo-Chor Schlangen überraschten das Publikum mit mitreißenden „Roots“.

Kreis Lippe/Bad Salzuflen. „Der seit einigen Jahren spürbare Aufbruch in der lippischen Gospelszene ist kein Strohfeuer. Gospelsongs haben sich nachhaltig etabliert als Ergänzung des klassischen Kirchengesangs.“ Für Uwe Rottkamp, Geschäftsführer des Vereins „Lippische Gospeltage“, waren der intensive Gospel-Workshop und das große Gospelkonzert in Bad Salzuflen am Wochenende, 18. und 19. August, nachdrückliche Beweise für die ungebrochene Attraktivität, Gott in dieser „modernen“ Musikform zu loben.

Der Verein „Lippische Gospeltage“ mit seinem Vorsitzenden Horst-Dieter Mellies an der Spitze hatte unter der Schirmherrschaft der Lippischen Landeskirche das Gospeltreffen im Staatsbad organisiert. Die musikalische Leitung lag in den Händen der drei Chorleiter Gudrun Maiwald (Bad Salzuflen), Andreas Lehnert (Schlangen) und Peter Diekmeyer (Lemgo). 200 Sängerinnen und Sänger nahmen am Samstag am Workshop teil, den der Pianist, Sänger und Musikproduzent Hanjo Gäbler leitete. Gäbler zählt in Deutschland zu den Top Ten der aktuellen Gospelsänger. Die Workshopteilnehmer kamen aus ganz Ostwestfalen-Lippe, vereinzelt auch aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland. Uwe Rottkamp: „Es lagen zusätzliche Anfragen vor, doch nach 200 Anmeldungen mussten wir die Liste schließen – schon allein aus Platzgründen und um den Lerneffekt der Gospel-Werkstatt nicht zu verwässern.“

Den ganzen Samstag probte Hanjo Gäbler mit den Workshopteilnehmern. Er ermutigte sie, die Gospelsongs nicht nur zu singen, sondern sie „mit Körper und Seele zu fühlen“ und ganz hineinzutauchen in den mitreißenden Rhythmus der Musik. Die lebensbejahende Botschaft der Gospelsongs kam durch Hanjo Gäblers unermüdlichen Ansporn beim Workshop an. Die Teilnehmer schnippten mit den Fingern im Halleluja-Takt, stampften mit den Füßen den Rhythmus und wippten den Körper im Gospel-Groove.

600 Besucher verzeichnete am Sonntagmorgen der ökumenische Gospel-Gottesdienst in der Bad Salzufler Konzerthalle. Musikalisch gestaltet wurde er vom Workshop-Chor und Hanjo Gäbler. Liturgen waren Pfarrerin Martina Stecker und Pfarrer Matthias Schmidt. Pfarrer Horst-Dieter Mellies hielt die Predigt.

Das Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag geriet zum „Gospel-Feuerwerk pur“, wie es die Veranstalter vorhergesagt hatten. Rund 1.000 Zuhörer drängelten sich in der wahrlich nicht kleinen Konzerthalle, um hier die fünf Gospelchöre Joy (Kachtenhausen), Bad Meinberg, Get-up (Bad Salzuflen), PoGo (Schlangen) und St. Johann (Lemgo) zu erleben. Die Chöre stellten die enorme Vielfalt ihres Repertoires vor: vom ein- und zweistimmigen A-capella-Gesang bis zu den bandunterstützten „Roots“, jenen Wechselgesängen zwischen Vorsänger und Chor, die sich bei gut aufgelegten Sängern und einem entsprechend begeisterten Publikum bis zu einer halben Stunde ausdehnen lassen.

Der Funke der Begeisterung sprang auch auf das Publikum über. Spätestens in dem Moment entzündete er das Gospel-Feuerwerk, als Hanjo Gäbler mit den 200 Workshop-Teilnehmern und den rund 150 Chormitgliedern auf der Bühne das Finale der „Lippischen Gospeltage“ zelebrierte. Kaum einen Besucher hielt es da noch auf seinem Sitz. Die 1.000 Konzertgäste klatschten und feierten begeistert mit.

20.08.2007

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