Khovar und Sohrai – Malen mit den Jahreszeiten

Kunst der indischen Adivasi- Frauen in Bad Meinberg

Eine Adivasi-Frau arbeitet an ihrem Lehmhaus.

Kreis Lippe/ Horn-Bad Meinberg. Nicht allzu oft bekommt der Kunstinteressierte so archaische Formen zu sehen, wie in der aus Indien stammenden Ausstellung KHOVAR UND SOHRAI, die bei den 3. Bad Meinberger Kunst- und Kulturtagen „Indien in Lippe“ vom 31. August bis 2. September 2007 gezeigt wird. Organisatoren der Ausstellung sind die Gossner Mission und die Adivasi-Koordination Deutschland.

„Indien in Lippe“ – bei den Kunst- und Kulturtagen in Bad Meinberg wird neben Bollywoodfilmen, Theater, Tanzveranstaltungen und Musik aus Indien auch die Kunst der Adivasi-Frauen zu sehen sein. Großflächig, lebendig, in den Erdfarben (Braun, Rot, Ocker, Gelb) und ausschließlich mit Naturmaterialien wie Erde und Sand sind Tier- und Pflanzenmotive sowie Ornamente ursprünglich auf die Innen- und Außenwände von Lehmhäusern im Nord-Osten Indiens gemalt worden. Es sind uralte Motive – Fische, Elefanten, Schlangen, Vögel – die nach jedem Monsun, der die Lehmhäuser zerstört hat, von den Frauen der Dörfer nach alten Traditionen aufgetragen werden. Eine Gemeinschaft von Künstlerinnen gestaltet ihre Malereien - entgegen ihrer Tradition - jetzt auf Papier. Zwei Themenkreise bestimmen die Malereien, die entweder im Frühjahr und damit zur Hochzeitszeit (Khovar) oder zur Herbst- und Erntezeit (Sohrai) gestaltet werden. Im Khovar-Stil werden aus zwei Farbschichten (Weiß auf Schwarz) die Dekorationen „ausgekratzt“ wogegen im Sohrai-Stil die Pflanzen- und Tiermotive mit Erd- und Naturfarben auf den frischen Lehmputz der Häuser aufgetragen werden.

Die Malerinnen sind Adivasi und gehören zu den Ureinwohnern in Indien. Die Adivasi stehen bis heute außerhalb des hinduistischen Kastensystems, werden ausgegrenzt, unterdrückt und ihrer Würde beraubt. Heute sind etwa neun Millionen von ihnen Christen.

Die Ausstellung ist am Freitag und Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr im Kurgastzentrum (Raum Ahorn) geöffnet. Die Unikate können käuflich erworben werden.

20.08.2007

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