Zum Hören und Mitsingen

CD der Lippischen Bibelgesellschaft ab sofort erhältlich

Mitglieder des Vorstands der Lippischen Bibelgesellschaft präsentieren die neue CD: Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann, Pfarrer Burkhard Krebber, Heidrun Kernchen, Dr. Ricarda Dill und Rolf Bräunig. (von links)

Lippe/Bad Salzuflen-Wüsten. „Dein Wort ist mein Lied“ heißt eine neue CD mit Chorälen aus dem Evangelischen Gesangbuch, die anlässlich des Bibeltages 2007 am Sonntag, 3. Juni, in Bad Salzuflen-Wüsten vorgestellt wurde. Herausgegeben von der Lippischen Bibelgesellschaft, enthält der Tonträger Choräle und Bearbeitungen von Martin Luther, Paul Gerhardt, aber auch zeitgenössischer Wort- und Tondichter wie Jochen Klepper und Rudolf Zöbeley.

Die Aufnahmen entstanden in der Detmolder Erlöserkirche, mitgewirkt haben die Kantorei der Christuskirche in Detmold unter der Leitung von Burkhard Geweke, die Marienkantorei Lemgo unter Leitung von Rainer Johannes Homburg, Johannes Pöld (Orgel) und der Bläserkreis des Posaunendienstes in der Lippischen Landeskirche unter der Leitung von Christian Kornmaul. Die CD, die zum Hören, aber auch zum Mitsingen einlädt, ist ab sofort unter anderem im Landeskirchenamt für 7,50 Euro (3 CDs für 20 Euro) erhältlich.

Im Gottesdienst zum Bibeltag unterstrich der frühere Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier die Bedeutung des Musizierens für die christliche Gemeinschaft. Die ganze Bibel sei von Liedern durchzogen, von der die Pauke schlagenden Miriam bis zum Hirtengesang bei der Geburt Jesu. Das Liederbuch des Volkes Gottes schlechthin seien die Psalmen: Durch alle Zeiten hindurch hätten sie die Menschen in Freud und Leid inspiriert und getröstet – von zarter Harfen- und Leierbegleitung bis zum modernen Gospel und Sacro-Pop. Die Vertonung des sogenannten Hugenottenpsalters durch Claude Goudimel (gest. 1572) mit seinem 150 Psalmen zu 80 Melodien sei in gedruckter Form seinerzeit ein Bestseller gewesen: „Es sind keine Ohrwürmer, doch wenn die Psalmlieder einmal erschlossen sind, entfalten sie ihre große Kraft“, so Noltensmeier.

Kirchenrat Andreas-Christian Tübler stellte den Liederdichter Paul Gerhardt vor, dessen Geburtstag sich am 12. März zum 400. Mal jährte. Tübler spürte der Gedanken- und Glaubenswelt Gerhardts anhand des von Johann Ebeling vertonten Kirchenlieds „Die güldne Sonne“ nach. Gerhardt habe hier wie in anderen Liedern auch Empfindungen und Eindrücke aus der Natur als Anschauungsunterricht genutzt, um die Sonne als Synonym für Christus, sein Licht, seine Wärme und Strahlkraft zu beschreiben. Obwohl er selbst vom Schicksal gezeichnet war (drei seiner vier Kinder starben noch vor ihm), spreche aus Gerhardts Liedern nicht bloße Klage, sondern eine feste, tragende Glaubensgewissheit.

Die schöpferische Kraft der Gerhardtschen Poesie vermag nach Tüblers Worten bis heute in vielen Fällen das in die Glaubenswirklichkeit umzusetzen, wovon sie redet. Menschen wie Matthias Claudius, Dietrich Bonhoeffer, Jochen Klepper, Elisabeth von Thadden und unzählige Namenlose, die in Grenzsituationen gerade durch das Singen oder Rezitieren von Paul Gerhardts Trostliedern trag- und widerstandsfähig wurden, bezeugten dies.

05.06.2007

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Windows Live