Erwerbslose sind nicht allein

Gottesdienstliche Feier beim Verein „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“

AhA-Vorsitzender Volker Mielenz eröffnete mit einem Grußwort die Feier, die von Carsten Simmerling, Elisabeth Dorloff und Verena van Ravenzwaaij (von links) musikalisch gestaltet wurde.

Detmold. Der Verein „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“ (AhA) rückte zusammen mit Erwerbslosen und kirchlichen Mitarbeitern in einer gottesdienstlichen Feier die persönlichen Folgen von Erwerbslosigkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Anlass der ökumenischen Feier mit den Gottesdienstelementen Gebet, Gesang und Segen war am Mittwoch, 30. Mai, der Jahrestag der Eröffnung der Vereinsräume in der Leopoldstraße 2.

Dieter Stockmeyer und Sabine Hartmann als Mitglieder der landeskirchlichen Arbeitsgruppe „Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt“ bewerteten in der Feier Erwerbslosigkeit als eine Form der Ungerechtigkeit. Auch Niedriglöhne, die für den Lebensunterhalt kaum ausreichten, und ein Einkommen auf Hartz-IV-Niveau könnten Formen struktureller Gewalt bedeuten. Im Alten wie im Neuen Testament werde an vielen Stellen Unrecht offen benannt und kritisiert. Deshalb gebe es in den christlichen Kirchen viele Menschen, die Unrecht beim Namen benennen und sich mit den Opfern struktureller Gewalt solidarisieren würden. Sabine Hartmann: „Wer erwerbslos ist, ist nicht allein. Christen stehen solidarisch an der Seite der Betroffenen.“

Diakon Lothar Dzialdowski vom katholischen Pastoralverbund Detmold betonte, dass Erwerbs- bzw. Arbeitslosigkeit das Gefühl entstehen lasse, ausgeschlossen zu sein. Wenn Kirche als Institution zwar keine Arbeitsplätze schaffen könne, so sei es doch die Aufgabe der Kirche, den betroffenen Menschen zu helfen, ihr Selbstwertgefühl zu erhalten und ihre Verzweiflung zu überwinden.

Der Verein „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“ wurde im Mai 2005 als Initiative von Betroffenen ins Leben gerufen und im Juli 2005 als Verein eingetragen. Am 30. Mai 2006 wurden, nach Umbauarbeiten in Eigenregie, von der Stadt Detmold angemietete Räume in der Leopoldstraße 2 bezogen.

Seither bietet der Verein ein ganztägiges Beratungsangebot: Hilfestellung bei Anträgen, Überprüfung von Bescheiden und Begleitung zu Ämtern. AhA-Vorsitzender Volker Mielenz: „Bei uns können sich Betroffene auch mal den Frust vor der Seele reden.“ Der Verein AhA bietet außerdem eine Bewerbungshilfe an. Diese beinhaltet unter anderem das Zusammenstellen von Unterlagen sowie die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.

Die gottesdienstliche Feier wurde musikalisch gestaltet von Mitgliedern des Gospelchors „Sing for Joy“ der ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-West. Gitarrist Carsten Simmerling intonierte zusammen mit den beiden Sängerinnen Elisabeth Dorloff und Verena van Ravenzwaaij (zugleich stellvertretende AhA-Vorsitzende) Spirituals und moderne Kirchenlieder, in die die Besucher der Feier sofort einstimmten.

31.05.2007

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