„Unter Gottes Zelt vereint“

Ökumenischer Gottesdienst zum Weltgebetstag in Hiddesen

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es im Gemeindehaus verschiedene Gerichte aus Paraguay zu probieren.

Kreis Lippe/Detmold-Hiddesen. „Unter Gottes Zelt vereint“ war das Motto, nach dem am Freitag, 2. März, Menschen in Lippe und auf der ganzen Welt Gottesdienst gefeiert haben. Christinnen aus Paraguay hatten die Liturgie zum Weltgebetstag 2007 erarbeitet. In Hiddesen war in diesem Jahr die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Michael Gastgeberin eines sehr lebendigen ökumenischen Gottesdienstes.

„Unter Gottes Zelt vereint“ - Unter einem blauen Tuch hindurch, das drei Mädchen wie ein Zeltdach in die Höhe hielten, betraten die Besucherinnen und Besucher die Kirche St. Michael am Weltgebetstag. Mit viel Liebe hatten Frauen aus der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-reformierten und der katholischen Kirchengemeinde in Hiddesen den Gottesdienst vorbereitet. Dias stimmten auf Paraguay, das Land des Weltgebetstags 2007, ein. Der südamerikanische Staat ist von starken Gegensätzen geprägt. Korruption ist in der ehemaligen Militärdiktatur und heutigen Republik an der Tagesordnung. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander. Fast 40 Prozent der Bevölkerung muss mit weniger als 2 Euro am Tag auskommen, etwa 1 Prozent der Bevölkerung kontrolliert 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch die Lebenssituation von Frauen in Paraguay ist sehr unterschiedlich- je nach finanziellem Status, ethnischer Zugehörigkeit und Wohnort. Insbesondere Kinder, Mädchen und Frauen sind von Arbeitslosigkeit, mangelnder Gesundheits-  und Sozialversorgung betroffen. Frauen sind auch Opfer von Diskriminierung, sexueller Gewalt und Frauenhandel. Ganz unten in der gesellschaftlichen Hierarchie finden sich die Guaraní, die Ureinwohner des Landes.

Die von Frauen aus Paraguay erarbeitete Liturgie thematisierte diese Probleme, wies aber auch auf die Schönheiten des Landes hin: auf die Landschaft mit ihren Bergen und Ebenen, ihren Flüssen, Wasserfällen, den einzigartigen Pflanzen und Tieren, auf die reiche Tradition an Tänzen und Musik und die große Vielfalt an Künsten und Handwerken. Hierzu gehört insbesondere das Fertigen der feinen Ñandutí-Spitze, eine Kunst, der traditionell die paraguayischen Frauen nachgehen. Die Frauen in Hiddesen hatten den Altar anschaulich mit Spitze, verschiedenfarbigen Tüchern, Pflanzen, Mais oder auch dem traditionellen kalten Mate-Tee „Tereré“ dekoriert, um so die Besonderheiten und Schönheiten des Landes darzustellen.

Die Fürbitten aus Paraguay wandten sich gegen Ungerechtigkeit, Gewalt und Betrug und baten um Aufmerksamkeit gegenüber alten Menschen, Menschen mit Behinderungen, Kriegsopfern oder auch Mädchen und Frauen, die Gewalt erleben. Im Hiddeser Gottesdienst gedacht wurde auch der vor wenigen Tagen verstorbenen Elsbeth Zöller-Masanneck, die in der evangelischen Frauenarbeit und für die Vereinte Evangelische Mission (VEM) tätig war. Erika Lange vom Weltgebetstags-Team: „Elsbeth Zöller-Masanneck war es, die uns den Weltgebetstag hier in Lippe nahe gebracht hat.“

05.03.2007

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