Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Erzieherinnen evangelischer Kindergärten erwerben Psychomotorik- Qualifikation

Akademieleiter Hans-Jürgen Beins, Fachberaterin Sabine Menzel und Landespfarrerin Renate Niehaus (von rechts) gratulierten den Erzieherinnen zur erfolgreichen Zusatzqualifikation „Psychomotorik“.

Kreis Lippe/Lage-Stapelage. 15 Erzieherinnen aus ebenso vielen evangelischen Kindergärten und Kindertagesstätten beendeten jetzt erfolgreich eine mehrwöchige Zusatzqualifikation im Fach „Psychomotorik mit Kindern“. Landesdiakoniepfarrerin Renate Niehaus überreichte den Erzieherinnen am Freitag, 17. November, die Zertifikate.

Vier Dozenten der in Bonn ansässigen Rheinischen Akademie für Psychomotorik hatten die Erzieherinnen in den vergangenen zwölf Monaten mit Theorie und Praxis der Psychomotorik vertraut gemacht. Akademieleiter Hans-Jürgen Beins: „Die Psychomotorik geht davon aus, dass viel Bewegung, Spiele und unmittelbare Sinneswahrnehmungen unerlässlich sind für eine gesunde kindliche Entwicklung.“ Das Lernen mit allen Sinnen fördere die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder.

Einen Teil ihres Lehrgangs absolvierten die Teilnehmerinnen im Tagungshaus Stapelage, einen anderen in der Turnhalle Helpup. Aber wo immer die vier jeweils einwöchigen Kursabschnitte stattfanden, stets legten Akademieleiter Beins und seine Kollegen Wert auf eine sehr praxisnahe Weiterbildung. Dazu gehörte auch, Alltagsgegenstände, wie sie in jeder Kindertageseinrichtung verfügbar sind, für die Psychomotorik nutzbar zu machen. Beispielsweise lernten die Erzieherinnen, aus Zollstöcken zeltähnliche Konstruktionen zu errichten. Wenn die Kinder diese Gebilde nachbauen und später durch die „Zelte“ krabbeln, schulen sie ihre Fingerfertigkeit und schärfen ihre Körperwahrnehmung und -koordination. Zum Lernen mit Kopf, Herz und Hand zählte ebenfalls, ein Dutzend Holzreifen zu einer zwei Meter hohen „Statue“ zusammenzufügen, aus Zeitungsseiten Kostüme für eine Modenschau zu schneidern oder aus Laub, Zweigen und Steinen ein Mandala zu gestalten. Welche Sinne und Bewegungsabläufe durch die zahlreichen Praxisübungen angeregt werden, erarbeiteten die Seminarteilnehmerinnen im theoretischen Teil des Psychomotorik-Kurses. Die Abschlussprüfung bestand darin, die gelernte Theorie durch die Präsentation einer konkreten Übung in den Praxisalltag einer Kindertageseinrichtung umzusetzen.

Sabine Menzel, Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen beim Diakonischen Werk der Lippischen Landeskirche über die berufliche Weiterbildung: „Einerseits dient das Gelernte direkt den Kindern. Andererseits wertet eine in Psychomotorik ausgebildete Erzieherin die Qualität der gesamten Kindertageseinrichtung auf. Die Eltern werden es zu schätzen wissen.“

20.11.2006

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