Was ist evangelisch

Schulleiterbegegnung im Lippischen Landesmuseum Detmold mit Fulbert Steffensky

Freuen sich über die gelungene Begegnung: Tobias Treseler, Fulbert Steffensky, Michael Stadermann, Andreas Mattke, Michael Zelle, Julia Schafmeister.

Kreis Lippe/Detmold. Einen besonderen Gast an einem besonderen Ort konnte Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, am Donnerstag, 19. Oktober, zur Schulleiterbegegnungstagung begrüßen. Rund 50 Schulleiter, Religionslehrer, Schulpfarrer und Superintendenten sowie der Präses der Landessynode, Pfarrer Michael Stadermann, und Schulamtsdirektorin Marlies Böke (Kreis Lippe) waren auf Einladung der Lippischen Landeskirche im Landesmuseum Detmold zusammengekommen, um den bekannten Theologen und Autor Professor Fulbert Steffensky zum Thema „Was ist evangelisch – heute?“ sprechen zu hören.

Und dies an einem besonderen Ort – zeigt doch das Lippische Landesmuseum Detmold derzeit aus Anlass des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ die Ausstellung „Machtwort! Reformation“ in Lippe.

„Ein guter Ort, sich zu begegnen und die Frage zu bedenken: was ist evangelisch“, betonte Andreas Mattke, der sich ebenso wie Museumdirektor Dr. Michael Zelle über die gute Kooperation zwischen Landeskirche und Landesmuseum freute.

Auch Kirchenrat Tobias Treseler bekräftigte das erfolgreiche gemeinsame Handeln im Jubiläumsjahr in Lippe gemeinsam mit vielen Organisationen und Akteuren: „Besonders freut mich, dass wir sehr gut mit den katholischen Brüdern und Schwestern zusammenarbeiten.“

Professor Fulbert Steffensky erläuterte in seinem Vortrag auf anschauliche Weise, welche besonderen Merkmale den Katholizismus und den Protestantismus kennzeichnen. Demnach verstünden sich Katholiken stärker aus Zusammenhängen: „Ihr Glaube ist nicht nur in ihren Herzen verankert. Sie lesen ihn in ihren Traditionen, aus den Inszenierungen und Formen. Sie suchen ihn bei ihren Heiligen“. Solche Traditionen und Formen spielten im Protestantismus eine geringere Rolle: „Die Subjektivität der Glaubenden hat dort ein anderes Pathos. Die Unmittelbarkeit des Menschen zu Gott, Gewissen, Vernunft, der Glaube des eigenen Herzens, Mündigkeit und Freiheit sind betont.“

Es mache keinen Sinn, beides gegeneinander auszuspielen, so Steffensky weiter:  „Die Sprache des einen und die Sprache des anderen ist die Sprache des lebendigen Gottes. Unsere Verschiedenheit ist unser Reichtum, nicht ein zu behebender Mangel.“
Im Anschluss an Vortrag und Diskussion hatten die Teilnehmer dann die Gelegenheit, sich gemeinsam mit Kuratorin Julia Schafmeister die Sonderausstellung „Machtwort!“ anzuschauen, welche den Schwerpunkt auf die alltagshistorische Perspektive der Reformation in Lippe legt. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. Januar 2018 zu sehen, wie auch die beiden weiteren Reformationsausstellungen in Lemgo - im Museum Hexenbürgermeisterhaus sowie im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake.

23.10.2017

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