Mach’s Maul auf - Reformation im Weserraum

Sonntag, 3. September 2017, bis Sonntag, 7. Januar 2018, Weserrenaissance-Museum Schloss Brake , Lemgo

Freuen sich auf die Ausstellung: Dr. Vera Lüpkes, Direktorin des Weserrenaissance-Museums, Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Anke Peithmann, Vorsteherin des Landesverbands Lippe und Dr. Heiner Borggrefe, Kurator der Ausstellung und stellvertretender Museumsdirektor des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake (v.l.)

„Mach's Maul auf“ – der provokante Ausstellungstitel macht neugierig. Und genau das soll er auch. Schließlich handelt es sich dabei um einen der wortgewaltigsten Aussprüche Martin Luthers, dem Mann, der mit seinen 95 Thesen vor exakt 500 Jahren die Welt ins Wanken brachte. Mit jeder Menge sehenswerter und unterhaltsam inszenierter Exponate lockt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake nach Lemgo.

Was nur Wenige wissen: Der Weserraum spielt für die Geschichte der Reformation eine ganz besondere Rolle. Zuerst fasste die Reformation nicht etwa in den sächsischen Herzogtümern Fuß, sondern an Weser, Werra und Fulda. Landgraf Philipp von Hessen war das politische Haupt der Reformation. Er setzte neben Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg und den Räten der Städte Bremen und Braunschweig die neue Konfession bereits Mitte der 1520er Jahre durch. In Sachsen geschah das erst 1539. Damit ist der Weserraum die Region, in der sich die Reformation zuerst entfaltete.

Das Reformationsjahr 2017 gibt Anlass zu einer Ausstellung im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo, die das unbekannte Kapitel der europäischen Geschichte vorstellt und damit den Blick über die geläufigen Reformationsklischees hinaus weitet.

Ein absolutes Highlight der Ausstellung ist das berühmte Porträt Martin Luthers – gemalt von keinem Geringeren als Lucas Cranach dem Älteren. Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der damaligen Zeit – quasi ein Superstar der Renaissance.

Freuen kann man sich auch auf ein Gemälde von Ludger tom Ring dem Jüngeren. Es zeigt den Mindener Superintendenten Hermann Huddaeus und ist eine Leihgabe der berühmten Gemälde-galerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

Darüber hinaus haben mehrere Schlösser und Kirchen ihre Schatzkammern geöffnet und dem Museum wertvolle Exponate aus Gold und Silber zur Verfügung gestellt, die nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Anschaulich, verständlich und mit einem Augenzwinkern kommt die Ausstellung daher. So dürfen die Besucher beispielsweise bei nicht jugendfreien Kunstobjekten einen Blick durch ein Schlüsselloch werfen.

Kurzweilig werden die kulturellen, politischen und kirchlich-religiösen Rahmenbedingungen der Reformation in der hiesigen Region aufgezeigt. Die Ausstellung veranschaulicht die Entstehung und den Verlauf der Reformation im Weserraum. Gemälde, Skulpturen, Flugblätter und moderne Medien (Touchscreens, Hörstationen und Kurzfilme) führen den Besuchern die enormen Veränderungen und den Wandel der christlichen Religion vor Augen. Es wird klar, wie und warum verschiedene Glaubensrichtungen entstanden. Eine besondere Rolle fiel hierbei den neuen Medien der Lutherzeit zu: Ohne den Buch- und Bilderdruck hätte sich die Reformation nicht so schnell ausbreiten können. Dementsprechend dürfen angemeldete Besucher vor Ort auch an dem Nachbau einer Gutenberg-Druckerpresse Hand anlegen und ein echtes Flugblatt auf edlem Büttenpapier erstellen.

Der 200 Seiten starke, reich und farbig bebilderte Katalog zur Ausstellung enthält acht Beiträge und Material zu den wichtigsten Kapiteln der Reformation im Weserraum. Er ist an der Museumskasse erhältlich und kostet 14,90 Euro. Man kann den Katalog auch telefonisch bestellen unter Tel. 05261/94500 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.


Nähere Informationen gibt es auch im Internet unter www.machs-maul-auf.de. Auf der Internetseite findet man auch das breit gefächerte museumspädagogische Programm sowie die zahlreichen Begleitveranstaltungen.  

Die Ausstellung wird am Sonntag, 3. September, um 11.30 Uhr offizielle eröffnet. Am selben Tag findet um 15 Uhr die erste öffentliche Führung mit dem Kurator Dr. Michael Bischoff statt.

Öffentliche Führungen finden bis 7. Januar 2018 dann immer sonntags von 15 bis 16 Uhr und mittwochs von 17 bis 18 Uhr statt.   

 

01.09.2017 Silvia Herrmann/WRM

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