Das Geheimnis der himmlischen Musik

Martin Buchholz war zu Gast bei „Profile“

Beschwingter Gottesdienst. Mit Moritz Reuter, Marius Strootmann, David Lüpke und Superintendent Holger Postma.

Schieder-Schwalenberg/Wöbbel. Der bekannte Songpoet und TV-Journalist Martin Buchholz (51) hat im Rahmen der Gottesdienstreihe "Profile" in der evangelisch-reformierten Kirche in Wöbbel gepredigt.



Kirchenrat Tobias Treseler konnte rund 100 Besucher begrüßen. Er hob hervor, dass Gastprediger wie Buchholz Impulse von außen geben, die profilierte Eindrücke hinterlassen und neue Sichtweisen auf biblische Texte fördern können. Musik sei der „Herzschlag der Reformation“. Dies könne auch für guten Jazz gelten, der dem Profile-Gottesdienst in Wöbbel einen besonderen Akzent verleihe.  Den Gottesdienst zum Thema „Leidenschaft“ begleitete ein Jazztrio aus Lemgo mit Moritz Reuter (Klavier), David Lüpke (Schlagzeug) und Marius Strootmann (Kontrabass).

Ungewohnt sphärische Klänge eröffneten den Gottesdienst mit dem Arrangement „Footprints“ von Wayne Shorter. Musik, wie man sie sonst in guten Jazzkellern hört, stimmte auf eine offene entspannte Atmosphäre ein, die zum Zuhören einlud. Nach dem Gebet von Liturg Holger Postma bestachen Kompositionen wie „Wave“ von Antonio Carlos Jobim oder „Nardis“ von Miles Davis mit zupackenden Rhythmen, charmanten Klavierläufen und groovendem Kontrabass. Gelegentlich ließ Strootmann seinen Bass mit dem Bogen singen. Dem Gemeindelied „Auf Seele Gott zu loben“ (EG 690) verlieh Lüpke mit dem Banjo naturschöne Klangreize. Zum Ausgang hauchte „Billie`s Bounce“ von Charlie Parker fein aus.

Martin Buchholz ging in der Predigt auf das Geheimnis der Musik Gottes ein. Er zitierte Psalm 98,1: „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder“. Die Bibel erzähle vom Geheimnis Gottes. Ein Geheimnis könne man nicht wie ein Rätsel lösen, sondern nur bestaunen. Es gebe heilige Orte, an dem Mose die Schuhe auszog, oder beeindruckende Naturerscheinungen wie Sonnenuntergänge, die zum Schweigen und Beten einladen. Aber nicht Orte und Erscheinungen würden wir verehren, sondern Gott, der sie schuf. „Wir haben eine himmlische Musik gehört. Das Lied der Schöpfung“. Gottes Musik sei wie eine leidenschaftliche Einladung zum Tanz. Wer sie höre, fange an sich zu bewegen - auch wenn es unbeholfen aussehe – es sei immer schon ein Tanz.   

In der Reihe "Profile" kommen aus Anlass des Jubiläums "500 Jahre Reformation" in insgesamt zwölf Gottesdiensten über das Jahr verteilt in Lippe profilierte Kirchenmusik und profilierte Gastprediger zu Wort. Am 17. September wird die Reihe in der evangelisch-reformierten Kirche in Horn fortgesetzt.

24.08.2017

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