Abschied tut weh

Kinder begegnen Sterben und Tod

Pastorin Sabine Hartung (links) und Christine Hartig hatten den Workshop mit dem Bodenbild zum Thema „Werden und Vergehen“ gewählt.

Kreis Lippe/Lage-Heiden. „Von Erde bist Du genommen – zu Erde sollst Du werden.“ Kinder begegnen Sterben und Tod: Mit dieser Thematik beschäftigte sich am Samstag, 4. November, der Kindergottesdienst-Mitarbeitenden-Tag in Heiden. Eingeladen hatte der Lippische Landesverband für Kindergottesdienst.

In den Kindergottesdiensten wird die Problematik oft ausgeklammert, gesellschaftlich gelten Sterben und Tod als Tabu-Themen. Dem wollte der Mitarbeitenden-Tag entgegenwirken. Die Teilnehmenden näherten sich dem Thema in verschiedenen Workshops an. Pfarrerin Susanne Tono stellte Kinderbücher zum Thema Sterben und Tod vor. „Mir ist dabei wichtig, den Kindern zu vermitteln: wir sind bei Gott zu Hause, wenn wir gestorben sind.“ Pfarrer Ernst-August Korf zeigte in seiner Gruppe den Film „Katharina“ aus der „Sendung mit der Maus“ (1997) zum Leben und Tod von Katharina, die an einer schweren Muskelerkrankung litt und mit sieben Jahren starb. Als „intensiv“ beschrieb Korf die Reaktion der Gruppe nach dem Film. Das konnte Verena Budde, die diesen Workshop für sich ausgewählt hatte, bestätigen: „ Der Film geht einem ziemlich nah. Danach war es erstmal eine ganze Weile still. Ich fand es wichtig, den Film in der Gruppe zu sehen und darüber sprechen zu können. Man fängt an nachzudenken: wie sehe ich das und wie erklärt man das den Kindern.“

Pfarrerin Dorothea Brand vermittelte in ihrem Workshop, wie man sich der Geschichte vom „Werden und Vergehen“ mit einem Bodenbild, - mit Erde, Herbstlaub und Kerzen, nähern kann. Kinder brauchen die Möglichkeit, über Sterben und Tod reden zu können, darüber war sich die Gruppe einig. Pfarrerin Brand: „Abschied tut weh, dass man das auch sagen darf, ist wichtig.“ Christine Hartig hat das Bodenbild mitgestaltet: „Auf diese bildliche Weise kann man den Kindern mehr vermitteln, als nur darüber zu sprechen.“  Pastorin Sabine Hartung kann sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten für solch ein Bodenbild vorstellen, denn „dadurch ist es möglich, die Kinder noch mehr zu beteiligen, sie noch mehr zu konzentrieren. Und es ist ein gemeinsames Bild, jeder macht mit beim Aufbau und Abbau.“ Weitere Workshops beschäftigten sich mit Märchen zum Thema und mit kreativer Arbeit: Kindergottesdienst-Mitarbeitende ließen den Garten Eden aus Erde und Ton entstehen. An einem Büchertisch konnten sich die Teilnehmenden über aktuelle Literatur informieren. Ein gemeinsamer Abendmahlsgottesdienst mit einem Bodenbild zur Schöpfungsgeschichte rundete den Fortbildungstag ab. 

06.11.2006

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