Glaube und Groove

Begeisternde Lippische Gospeltage in Lemgo

Furioses Finale der Lippischen Gospeltage mit Hanjo Gäbler am E-Piano.

Kreis Lippe/Lemgo. „Oh, happy day“, schallte es am Sonntagnachmittag, 27. August, stimmgewaltig durch die Kirche St. Johann in Lemgo. Rund 170 Sängerinnen und Sänger von 17 bis 77 Jahren drängten sich im Chorraum, sangen, feierten Gott und zeigten, was sie am Wochenende alles gelernt hatten. Mit ihrem Gesang vermischte sich das begeisterte Klatschen von rund 300 Zuhörern, die zwischen den Kirchenbänken standen und mitfeierten.

Das furiose Finale der ersten Lippischen Gospeltage begeisterte.

Die Vereinigung von Glaube und Groove im Gospel wurde wie eine Party zelebriert. Die Sängerinnen und Sänger hatten ebenso wie das Publikum ihren Spaß an dieser stark mitreißenden religiösen Musik, die sich aus den Spirituals der schwarzen Sklaven in Amerika entwickelt hat.

Der Workshop am Samstag sowie der Gospel-Gottesdienst und das Gospelkonzert am Sonntag bildeten den Rahmen der ersten Lippischen Gospeltage. In ihrem Zentrum stand der Pianist, Sänger und Produzent Hanjo Gäbler, der in Deutschland zu den Top Ten der aktuellen Gospelsänger zählt. 170 Männer und Frauen hatten sich zum Gospel-Workshop angemeldet, dann mussten die Organisatoren einen Aufnahmestopp verhängen. Uwe Rottkamp vom Vorbereitungsteam der Gospeltage: „Eigentlich wollten wir nach 150 Anmeldungen die Liste schließen. Als noch zusätzliche Anfragen kamen, haben wir die Workshop-Teilnehmerzahl auf 170 erhöht.“ Mehr sei trotz weiterer Nachfrage nicht möglich gewesen, um den Lerneffekt der Gospel-Werkstatt nicht zu gefährden.

Den gesamten Samstag probte Hanjo Gäbler mit den Teilnehmern klassische und moderne Lieder. Er vermittelte ihnen Impulse und Anregungen für ihre Chöre oder ermunterte sie, sich bei weiterem Interesse einem Chor anzuschließen. Ganz wichtig war es für Hanjo Gäbler, Gospels als lebensbejahende Musik zu vermitteln, bei der die Freude am Tun und an der Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Der Gospel-Gottesdienst am Sonntag war wegen der unsicheren Wetterlage vom Marktplatz in die Kirche St. Johann verlegt worden. Dort stellte sich der Workshop-Chor der Öffentlichkeit vor und brachte die Kirche zum Swingen. Das Konzert am Nachmittag gestalteten die vier Gospelchöre Zwischentöne (Hillentrup), Get-up (Bad Salzuflen), PoGo (Schlangen) und St. Johann (Lemgo). Bei ihren Einzelauftritten wurde deutlich, dass das Niveau der Darbietungen in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht hat. Uwe Rottkamp, seit fünf Jahren Get-up-Mitglied: „Das Englisch hört sich nicht mehr so deutsch an. Die Bühnenperformance ist dynamischer geworden.“ Mittlerweile beherrschen einige Chöre auch so genannte „Roots“, Wechselgesänge zwischen Vorsänger und Chor, die sich (zumindest in Amerika) bis zu einer halben Stunde ausdehnen lassen.

Hanjo Gäbler trat solistisch in Erscheinung mit dem wunderschön und ausdrucksstark vorgetragenen Song „Sometimes I feel like a motherless child“. Als er den Edwin-Hawkins-Klassiker „Oh, happy day“ anstimmte, füllte sich der Chorraum mit den Chören und den übrigen Workshop-Besuchern, bis sich schließlich alle in der Kirche zu einem „Mega-Chor“ zusammenfanden.

Die ersten Lippischen Gospeltage werden wahrscheinlich nicht die letzten gewesen sein. Das Vorbereitungsteam plant für 2008 eine Neuauflage.

28.08.2006

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