Der Erste Weltkrieg im Bild

Bilderzyklus „14/18“

Vor „Fort Douaumont“ in der Martin-Luther-Kirche: Pfarrer Maik Fleck (Christuskirche), Pfarrer Christian Ritterbach (Heilig-Kreuz-Kirche) , Uwe Appold, Pfarrer Burkhard Krebber (Erlöserkirche), Dr. Bärbel Sunderbrink (Stadtarchiv), Dr. Hans-Peter Wehlt (Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein), Heinrich Schüring (Immanuelkirche), Friederike Miketic (Martin-Luther-Kirche).

Detmold. Fünf Innenstadtkirchen, der Naturwissenschaftliche und Historische Verein, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und das Stadtarchiv haben ein ambitioniertes Projekt auf die Beine gestellt – sie erinnern ab dem 1. Oktober unter dem Titel „14/18“ mit Bildern an die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren – grausames Mahnmal des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918).

Der Künstler Uwe Appold hat sich mit dem Leid dieser Schlacht in fünf großformatigen Bildern auseinandergesetzt. Er hat Verdun besucht, hat sich von der bedrückenden Atmosphäre, die heute noch über den ehemaligen Schlachtfeldern liegt, inspirieren lassen – und nicht nur das: der Künstler hat Erde, Stacheldraht und Sand von dort mitgebracht und in seinen Bildern verarbeitet. „In fünf Schritten nähern sich die Bilder dem nicht darstellbaren Leid der Männer in der Schlacht um Verdun“, so beschreibt es der Flyer, der die Ausstellung begleitet.

Für jedes Kriegsjahr ein Bild – gipfelnd im fünften Bild für das Jahr 2018 – „eine Grablege, ein Bild, in dem der Betrachter nachempfinden kann, wie es ist, wenn man verschüttet wird“, sagt Uwe Appold.

Fünf Bilder in fünf Kirchen: in der Erlöserkirche am Markt, der Martin-Luther-Kirche in der Schülerstraße, der Christuskirche am Kaiser-Wilhelm-Platz, der Heilig-Kreuz-Kirche am Schubertplatz sowie der Immanuelkirche in der Mühlenstraße. 


Dazu gibt es ein reichhaltiges Programm mit Gottesdiensten, Musik, Lesungen und Gesprächsabenden – bis zum Volkstrauertag am 20. November. Das Thema Krieg und seine hochaktuellen Folgen sollen beleuchtet werden, mit seinen Auswirkungen damals an der Front unter den Soldaten, aber auch in der Zivilbevölkerung. 

Das Projekt bietet viele Anknüpfungspunkte der Aufarbeitung, auch mit Jugendlichen – so wird es einen Konfi-Tag mit 95 Konfirmanden geben.  Die  Kirchengemeinden werden in der Auseinandersetzung mit dem Thema verschiedene Schwerpunkte setzen. Die Musik im Ersten Weltkrieg wird ebenso thematisiert wie der Film „Im Westen nichts Neues“ gezeigt, über Kriegspredigten und Gedenkstätten gesprochen oder auch der vergessene Patriotismus der deutschen Juden im Ersten Weltkrieg beleuchtet.

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt des Künstlers Uwe Appold begleitet den Ausstellungszyklus 14/18 in den Räumen des Ecclesia-Versicherungsdienstes in der Klingenbergstraße: „Offene Briefe an B“. Bonhoeffer, Brandt, Beuys, Buber - Uwe Appold hat in diesem Projekt „Sätze zu Bildern gemacht“, und zwar „Aussagen von Protagonisten“ deren Name mit einem B anfängt. Zum Beispiel der Satz von Dietrich Bonhoeffer: „Das Bekenntnis der Schuld geschieht ohne Seitenblick auf die Mitschuldigen.“

Termine und weitere Infos: www.kirchedetmoldwest.de; www.uwe-appold.de

29.09.2016

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