Kirche als Zeichen der Einheit

Lippischer Orgelsommer erstmals in der Kirchengemeinde Lockhausen-Ahmsen

Dr. Volker Klaukien spielte auf der Steinmann-Orgel Werke von der Norddeutschen Orgelschule (Tunder, Buxtehude) bis zur französischen Romantik (Lefébure-Wély).

Kreis Lippe/Bad Salzuflen-Lockhausen. Die Vorstellung einer in Lippe einzigartigen Kirchengemeinde, viele Gespräche und ein klangvolles Orgelkonzert: Auch in seinem elften Jahr weiß der Lippische Orgelsommer sein Publikum zu fesseln und mit Premieren zu überraschen.

Erstmals machte die populäre Kirchen- und Konzertreihe am Sonntag, 14. August, Station in der Evangelischen Kirchengemeinde Lockhausen-Ahmsen. Für die meisten Gäste des Sommertreffs war die 1965 erbaute Christuskirche ganz im Westen der Kurstadt eine Entdeckung.

Pfarrerin Christiane Nolting erläuterte den Besuchern, dass von Anfang an die Christuskirche sowohl der reformierten (gegründet 1953) als auch der lutherischen Kirchengemeinde Lockhausen (gegründet 1962) als gemeinsame Predigtstätte gedient habe. Reformierte und Lutheraner hätten ihre Kirche als Zeichen der Einheit verstanden.

Im Jahr 1998 ermöglichte ein Synodalbeschluss die Aufhebung der bisherigen reformierten und lutherischen Gemeinde und die Neugründung einer Evangelischen Kirchgemeinde Lockhausen zum 1. Januar 2000. Sechs Jahre später vereinigten sich dann die Kirchengemeinden Lockhausen und Biemsen-Ahmsen. Christiane Nolting: „Dies ist die einzige Gemeinde innerhalb der Landeskirche, in der sich reformierte und lutherische Christen zu einer Evangelischen Kirchengemeinde zusammengeschlossen haben.“ Das Bemühen um die Einheit der Christen und das Überwinden von Gegensätzen spreche auch aus dem künstlerisch gestalteten Relief an der Ostwand der Kirche, so die Pfarrerin. Das Relief veranschauliche, wie Menschen durch Gegensätze das Kreuz aufrichten und wie die unterm Kreuz sich versammelnde Gemeinde berufen ist, das Trennende zu überwinden.

An diese Erläuterungen schloss sich das von Dr. Volker Klaukien auf der Steinmann-Orgel (gebaut 1965) vorgetragene Konzert an. Dr. Klaukien ist im Hauptberuf Chemiker, nebenberuflicher C-Kirchenmusiker, seit Oktober 2014 Kirchenmusik-Student in Herford und seit Februar 2016 Kantor in Lockhausen.

Die in chronologischer Reihe gespielte Werkauswahl umfasste etwa zwei Jahrhunderte und führte kurzweilig vom deutschen Früh- und Hochbarock (Franz Tunder, Dieterich Buxtehude, Johann Sebastian Bach) über die Frühklassik (Johann Christian Kittel) zur französischen Romantik (Louis Lefébure-Wély). Die zeittypischen Stücke ermöglichten es dem Publikum, trotz der Kürze der Zeit charakteristische Stilelemente der jeweiligen Musikepoche kennenzulernen.

19.08.2016

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