Fair Play und Faire Lebensbedingungen

Aktion auf dem Marktplatz zur Fußball-WM

von links: Norbert Koch (Mitglied der katholischen Gemeinde Heilig Kreuz), Elisabeth Engel (Eine-Welt-Laden Alavanyo) und Sabine Hartmann (Referat für ökumenisches Lernen der Lippischen Landeskirche) informierten Passanten auf dem Detmolder Wochenmarkt über fair gehandelte Fußbälle.

Detmold. Handgearbeitete Fußbälle aus Pakistan - aber ungerechte Löhne für die Arbeiter: anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft haben am vergangenen Samstag der Eine-Welt-Laden Alavanyo und das Referat für ökumenisches Lernen der Lippischen Landeskirche über die Zusammenhänge von Sport und wirtschaftlicher Gerechtigkeit informiert.

Mitten im bunten Marktgeschehen präsentierten die Mitarbeitenden an ihrem Stand Informationen mit Film, Quiz und vielen Gesprächen. „Das Motto der WM heißt: Die Welt zu Gast bei Freunden. Welche Ungerechtigkeit sich hinter den Fußbällen, die hier bei uns und weltweit im Handel sind, verbirgt, weiß kaum jemand“, erklärt Sabine Hartmann, landeskirchliche Referentin für ökumenisches Lernen. Die meisten Fußbälle, ganz gleich unter welchem Firmennamen sie verkauft werden, seien in Pakistan hergestellt worden. Zu WM-Zeiten werden dort, so schätzt man, circa 40 Millionen Fußbälle produziert. Noch immer werde ein Fußball in Handarbeit gefertigt, die 32 Teilstücke mit 700 Doppelstichen von Hand zusammengenäht. Auch bei großer Routine könne ein Arbeiter deshalb nicht mehr als drei Bälle am Tag produzieren. Für jeden Ball, der im Handel etwa 20 Euro koste, erhalte er 50 Cent. Hartmann: „Selbst wenn die Frau mitarbeitet – und das tut sie in der Regel – kann eine Familie auch in Pakistan von solchen Löhnen nicht leben. Bis vor kurzem gab es deshalb auch noch Kinderarbeit in der Produktion.“ Die Alternative seien fair gehandelte Bälle, für die sich auch der Fußballverein Werder Bremen einsetze. Mit dem Motto „Fair pay – fair play“ wirbt ein freies Handelshaus für fair gehandelte Bälle. Zum Programm gehören hier höhere Löhne für faire Bälle, die Vergabe von Kleinkrediten zur Existenzgründung, bessere Ausbildungschancen für Kinder, Gesundheitszentren für die ganze Familie und Pionierarbeit beim Aufbau von Frauennähzentren. Sabine Hartmann: „Die Passanten sind sehr interessiert. Wir freuen uns schon auf die Preisvergabe der Gewinner aus unserem Quiz am Freitag, 30. Juni. Die Gewinner werden benachrichtigt.“ Ehrensache, dass der 1. Preis ein fair gehandelter Fußball ist!

26.06.2006

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