Synodenbeschluss "Kinder mittendrin"

Beschluss der Lippischen Landessynode zum Schwerpunktthema „Kinder mittendrin – wenn Gemeinde mit ihren Kindern lebendig wird“

Kreis Lippe/Lage-Stapelage. Die Lippische Landessynode bittet alle Kirchengemeinden, insbesondere die Kirchenvorstände, die Pfarrkonvente und alle an dieser Arbeit Beteiligten, sich konzeptionell mit der Arbeit mit Kindern zu befassen. Außerdem soll eine lippeweite Informations- und Innovationsbörse aufgebaut werden.

Die Homepage der Lippischen Landeskirche (www.lippische-landeskirche.de) soll um eine neue Rubrik „Arbeit mit Kindern“ erweitert werden, auf der unter anderem Ansprechpartner für verschiedene Bereiche zu finden sein sollen. Es komme darauf an, dass die vielfältigen Formen der Arbeit mit Kindern in der Lippischen Landeskirche vernetzt und transparent gemacht werden.

In den Kirchengemeinden sollen verschiedene Fragestellungen für die Arbeit mit Kindern leitend sein, unter anderem: Nimmt die Gemeinde die Perspektive der Kinder ein? Gibt sie ihrer Arbeit mit Kindern ein deutlich erkennbares christliches Profil? Bringen die Gemeinden Gottesdiensten mit Kindern die gleiche Wertschätzung entgegen wie Gottesdiensten mit Erwachsenen? Angeregt wird zum Beispiel, dass Tageseinrichtungen für Kinder ihr evangelisches Profil betonen oder auch, dass in den Gemeinden über das Abendmahl mit Kindern nachgedacht wird.

Pfarrer Ulrich Walter vom Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen betonte in seinem Vortrag, dass die Kirchengemeinde in Zeiten nachlassender Traditionslenkung als Hüterin der Quelle des Lebens ein wichtiger Ort sei. „Wir sind gefragt nach einer Begleitung und Orientierung der Kinder auf ihrem Weg in die Welt.“ Kinder seien religiöse Wesen, „in der Weise, wie sie die Welt um sich herum ganzheitlich entdecken und begreifen. Sie bauen sich also ihre Welt, vermittelt durch eigene Erfahrungen und die Adaption der Weltdeutung anderer.“ Für alle, die Gemeinde oder gar „Kirche mit Zukunft“ gestalten, bedeute das auch eine neue Wahrnehmung der Kinder in den Gemeinden. „Die Jungen und Mädchen werden als gleichwertige Partnerinnen und Partner ernst genommen und es ist die ganze Gemeinde, die mit ihnen zusammen in Veränderungsprozesse eintritt.“ Gemeinden, die einmal den Schatz entdeckt hätten, den sie „mit den Kindern in ihrem Acker haben, die mögen diesen Schatz auch nicht mehr missen“.

In den Kirchengemeinden der Lippischen Landeskirche gibt es eine „unglaubliche Vielfalt der Arbeit mit Kindern“, berichtete die Synodale Ingrid Machentanz. Das habe eine ausführliche Umfrage in den Gemeinden ergeben. Trotz der Kreativität und des Engagements im Umgang mit Kindern gebe es aber auch Bereiche, die noch ausgebaut werden könnten. So gebe es in einem Großteil der Gemeinden keine dokumentierte Konzeption über die Arbeit mit Kindern. Große Teile der Arbeit werde mit Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleistet. Hier müsse die Landeskirche überlegen, was zu tun sei, um die Ehrenamtlichen in ihrer wichtigen Arbeit zu unterstützen und auszubilden.

20.06.2006

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