Vorführung und Diskussion

„Landraub“ wurde in der Filmwelt Lippe gezeigt

Kirsten Potz, Marius Tsakem (Student der Hochschule OWL) , Dr. Katharina Kleine Vennekate und Ibrahim Diallo (Student der Hochschule OWL). v.l.

Kreis Lippe/Lage. Der Kinosaal in der Filmwelt Lippe war gut gefüllt, als der Film „Landraub“ von den bekannten Regisseuren Kurt Langbein und Christian Brüser gezeigt wurde. Die Evangelische Studierendengemeinde hatte im Rahmen des ökumenischen Kirchentages in Lippe zu diesem Kinoabend mit anschließender Diskussion eingeladen.

Der Film stellt die Lebenswelten und Argumentationen von Agrarmanagern, Investoren und Kleinbauern in den Ländern des Südens kontrastreich nebeneinander und zugleich in einen bedrückenden Zusammenhang. Daraus ergab sich anschließend eine lebhafte Diskussion. Kirsten Potz als Expertin vom Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) kommentierte die Aussagen des Films, indem sie Beispiele aus der entwicklungspolitischen Arbeit einbrachte: „Mit 70 % Anteil an der Nahrungsherstellung halten eigentlich die Kleinbauern den Schlüssel für die Welternährung in der Hand, wie im Film gesagt wurde.  Aber dieser Schlüssel hängt zum Teil so hoch und Investoren, Politiker und Wirtschaftsprogramme zerren an ihm, so dass die Kleinbauern zunehmend Handlungsmöglichkeiten und damit ihre Existenzgrundlage verlieren.“ Es gelte die heimischen Bauern in den Ländern des Südens zu stärken und für einen fairen und ökologisch verantwortbaren Handel einzutreten.

Marius Tsakem, kamerunischer Student der Hochschule OWL im 7. Semester für Lebensmitteltechnologie, bestätigte diese Sichtweise. In einem engagierten Vortrag berichtete er von Versuchen, Palmölplantagen in größerem Stil in Naturschutzgebieten in Kamerun zu errichten. Dies sei durch das Engagement von Umweltaktivisten zum Glück gestoppt worden. „Wir Afrikaner haben nur das Land. Wer es uns durch solche Investitionsprogramme wegnimmt, beraubt uns unserer Lebensgrundlage. Und das hat schwerwiegende Folgen.“

Diese Sichtweisen fanden im Publikum, in dem viele Experten und Menschen mit internationalen Erfahrungen und Herkünften lebhaft mitdiskutierten, viel Zustimmung. Es war eine gelungene Veranstaltung, die die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Welthandel, Klimaschutz und Fluchtursachen eindrücklich vor Augen führte und die Forderung nach einem Wirtschaften laut werden ließ, das sich am Gemeinwohl orientiert.

 

 

01.06.2016

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