Endstation Sehnsucht

Sabine Herbrechtsmeier wurde vor 50 Jahren ordiniert

Vor 50 Jahren ordiniert: Pfarrerin i.R. Sabine Herbrechtsmeier

Kreis Lippe/Barntrup. „Barntrup - das war für mich Endstation Sehnsucht“, erinnert sich Pfarrerin i.R. Sabine Herbrechtsmeier. Man merkt der lebhaften 81-jährigen Frau im Gespräch heute noch an, wie viel ihr diese Pfarrstelle, die sie von 1979 an siebzehn Jahre lang innehatte, bedeutet hat.

Frauen im Pfarramt – das ist heute in der Evangelischen Kirche in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Dass dies so ist, liegt erst wenige Jahrzehnte zurück. In Lippe war Sabine Herbrechtsmeier 1979 in Barntrup die erste Gemeindepfarrerin. Möglich wurde dies durch die vollständige gesetzliche Gleichstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern ein Jahr zuvor. Frauen konnten in Lippe nun auch auf Gemeindepfarrstellen gewählt werden und sie mussten sich nicht mehr zwischen Ehe und Beruf entscheiden. Und so trat Sabine Herbrechtsmeier, die im Januar 1966 in Herford ordiniert worden war und 1969 den lippischen Landwirt Walter Herbrechtsmeier geheiratet hatte, im Alter von 45 Jahren ihre erste Pfarrstelle in Barntrup an.

Hausbesuche bei den Menschen ihrer Gemeinde und das Predigen waren ihr besonders wichtig: „Auf der Kanzel habe ich mich sehr wohl gefühlt.“ Weitere Aufgaben kamen hinzu, so war die Pfarrerin unter anderem mehrere Jahre im Vorstand des Westfälischen Kinderdorfs Barntrup aktiv, auch als Vorsitzende und heute noch im Kuratorium, sowie viele Jahre Mitglied der Lippischen Landessynode.

Bis hierhin lag ein langer Weg hinter ihr. 1934 in Eisleben geboren, hatte Sabine Herbrechtsmeier, damals hieß sie noch von Reinbrecht, im Oktober 1957 ihr Theologiestudium aufgenommen. Zuvor hatte sie bereits ein Übersetzerdiplom in Heidelberg in den Sprachen Italienisch und Französisch erworben. Dass sie dann doch noch Theologie studierte – daran war ihre zweite Leidenschaft, die Musik, nicht unbeteiligt. „Ich spielte in meiner Jugend mit meiner Geige in der Frauenhilfe und habe bei den Andachten immer sehr aufmerksam zugehört“.  Durch den Beruf ihres Vaters, er war Geologe im Bergbau, war die Familie viel herumgekommen. Auch dies hat die junge Frau damals geprägt, ebenso wie die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs: „Insbesondere mein Vater hat mir mit seinen Erzählungen Toleranz als ein hohes Gut vermittelt“.  Darum liegt ihr heute ein Thema sehr am Herzen: „Ich wünsche mir, dass die Integration der Flüchtlinge, insbesondere auch hier bei uns in Barntrup, gut gelingt.“  

Am Sonntag, 17. Januar, wird das 50-jährige Ordinationsjubiläum von Sabine Herbrechtsmeier im Gottesdienst um 10.30 Uhr in der evangelisch-reformierten Kirche in Barntrup gefeiert. Auch Landessuperintendent Dietmar Arends wird am Gottesdienst teilnehmen.

13.01.2016

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