Ein besonderes Haus

50 Jahre internationales Zusammenleben im Studentenwohnheim „Burse“

Viel Musik begleitete das Bursejubiläum: zum Beispiel eine Interpretation von Imagine (John Lennon), u.a. mit Schahin Safarabadi (Piano/Gesang), Amanda Kyrie Ellison (Gesang), Qi Shan (Querflöte), Matthias Schulze-Athens (Saxophon).

Kreis Lippe/Detmold. Mit Vortrag, Gespräch und viel Musik wurde in einer Festveranstaltung in der Hochschule für Musik (HFM) Detmold das 50-jährige Bestehen einer besonderen Gemeinschaft gefeiert: In der „Burse“ leben 28 Studierende der HFM und der Hochschule OWL aus aller Welt zusammen, derzeit 14 Nationen unter einem Dach.

Seit 2013 ist das Studierendenwohnheim in Trägerschaft des Landesverbandes Lippe. Zuvor war Trägerin die Lippische Landeskirche und sie kümmert sich auch weiterhin um  das internationale Zusammenleben im Haus: ist doch die Burse in Detmold der Hauptstandort der Evangelischen StudierendenGemeinde (ESG) Detmold/Lemgo. Zuständig für die Seelsorge waren seit Anfang der 70erJahre die Pfarrer Lüder Ahmels und Miroslav Danys - aktuelle Pfarrerin für die Studierendenseelsorge der Lippischen Landeskirche ist Dr. Katharina Kleine Vennekate, von Mitgliedern der ESG liebevoll „Mama Katharina“ genannt.

Unter den Gästen der Feier waren auch Detmolds Bürgermeister Rainer Heller  sowie Dr. Traute Prinzessin zur Lippe, deren Mann, der in diesem Jahr verstorbene Dr. Armin Prinz zur Lippe, 25 Jahre lang Mitglied im Kuratorium der Burse war. „Er hat sich in besonderer Weise für den Erhalt der Burse eingesetzt“, betonte Landessuperintendent Dietmar Arends, Vorsitzender des Kuratoriums.

Die Hausgemeinschaft, das ökumenische Miteinander, die kulturelle Vielfalt wurden von denen, die mit dem Studierendenwohnheim verbunden sind, hervorgehoben. Landesverbandsvorsteherin Anke Peithmann verwies außerdem auf die „gelungen glückliche Kooperation zwischen Landeskirche und Landesverband“. Als „außergewöhnlichen Ort“ bezeichnete Prof. Dr. Thomas Grosse, Rektor der HFM und Gastgeber der Festveranstaltung, das Haus. Professorin Claudia Fries, Vizepräsidentin der Hochschule OWL, wünschte, dass dieses weltoffene Modell des Zusammenlebens Schule machen möge: „Wir sind glücklich, dass wir die Burse in der Hochschullandschaft OWL haben.“

Die Studierenden und Bewohner der Burse hatten Gelegenheit, ihr musikalisches Können zu zeigen. Es gab viel Applaus für Wei-Shen Wu (Oboe), András Győri (Oboe), Zsigmond Borbás (Englischhorn), Norma Ramírez (Gitarre), Lijun Qu (Klavier), Schahin Safarabadi (Piano/Gesang), Amanda Kyrie Ellison (Gesang), María San Miguel (Violine), Dominik Kisic (E-Bass), Matthias Schulze-Athens (Saxophon), Qi Shan (Querflöte), Marie Christin Weskamp (Gesang), Konstantin Hammer (Gesang).

Tutor Munaf Mohammad, der ehemalige Tutor Morteza Atrsaie und Olivier Tene erzählten aus dem Leben in der Burse und von der Arbeit der ESG. Prof. Dr. Jochen Schmidt (Paderborn) hob in seinem Festvortrag die Bedeutung von Evangelischen Studierendengemeinden für das interreligiöse Gespräch hervor. Nur, wenn man Religion auch aus der „Innenperspektive“ zu sehen lerne, wenn man in der Gemeinschaft erfahre, was Glaube im alltäglichen Miteinander bedeuten könne, sei man kompetent dazu, den eigenen Glauben und den dadurch geprägten Blick auf die Welt im Gespräch mit anders Glaubenden als lebendige Kraft darzustellen.

16.11.2015

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