Gemeindearbeit sichern

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Blomberg gründet eine Stiftung

Joachim Krech, Mitglied im Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Blomberg, und Pfarrer Jörg Deppermann erhoffen sich Unterstützung für die neue Stiftung. (von links)

Blomberg. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Blomberg will ganz neue Wege gehen und eine gemeindeeigene Stiftung gründen. Mit den Erträgen der Stiftung soll die Arbeit der Kirchengemeinde gefördert werden. „Wir wollen versuchen, heute vorausschauend etwas Sinnvolles für morgen zu tun“, so Pfarrer Jörg Deppermann.

Als Grundkapital bringt die Gemeinde selbst 5.000 Euro in die Stiftung ein. „Wir hoffen, dass wir durch Mithilfe aus unserer Gemeinde das Stiftungskapital in den kommenden drei bis vier Jahren erheblich aufstocken können.“ Solches Engagement sei nichts Ungewöhnliches: in früheren Jahrhunderten seien oft Chorgestühl, Abendmahlsgeschirr, Kirchfenster oder auch ganze Kirchbauten Stiftungen wohlhabender Familien oder der Handwerkszünfte gewesen. „Heute wollen wir die lebendigen Steine im Kirchbau – wie die Jugendarbeit oder die diakonische Arbeit – zukunftsfähig machen.“ Pfarrer Deppermann ist zuversichtlich, dass die Stiftung in der Gemeinde auf Interesse und Zuspruch treffen wird: „Was wir tun, ist für die Menschen wichtig.“ So sind die Kapitalerträge laut Stiftungsziel für die Kinder- und Jugendarbeit, die Kirchenmusik, die pastoral-seelsorgerlichen Aufgaben und die Gemeindehilfe im sozial-diakonischen Bereich gedacht. „Sämtliche Zustiftungen und Spenden sind steuerlich abzugsfähig“, betont Jörg Deppermann. Die Stiftung soll ein, und wenn auch vorerst noch so kleines, Stückchen Unabhängigkeit für Gemeindeaufgaben schaffen. Denn die finanzielle Situation spitzt sich immer mehr zu. Bis 2007 rechnet die Blomberger Gemeinde mit rund 20 % weniger Zuweisung aus der Kirchensteuer. Zwar habe man bereits das freiwillige Kirchgeld eingeführt und dadurch wichtige Arbeit erhalten können. „Wir sind allen Unterstützern sehr dankbar. Aber wir merken, für die Zukunft wird das noch nicht reichen. Darum müssen wir jetzt etwas tun und so wirtschaften, dass es unsere Gemeinde in zehn Jahren noch gibt.“ In einigen Jahren, so hoffen Pfarrer und Kirchvorstand, soll die neu gegründete Stiftung einen jährlichen Ertrag von 3.000 Euro erbringen: „Und die sollen dann ausschließlich für gemeindliche Aufgaben verwendet werden. Das wäre ein wunderbares Ergebnis!“

03.05.2006

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