„Ein gleichberechtigtes Miteinander“

Matthias Neuper als Leiter des Diakonie Referats eingeführt

Landessuperintendent Dietmar Arends (vorne rechts) führte Matthias Neuper (vorne links) ins neue Amt ein. Am Gottesdienst wirkten mit (dahinter, von links): Superintendent Andreas Gronemeier, Kirchenrat Dr. Arno Schilberg und Pfarrer Christian Heine-Göttelmann, Vorstand des Vereins „Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe“.

Kreis Lippe/Detmold. Mit einem Gottesdienst in der Erlöserkirche am Markt in Detmold wurde Matthias Neuper in sein neues Amt als Leiter des Diakonie Referats der Lippischen Landeskirche eingeführt.

In seinen Worten zur Einführung unterstrich Landessuperintendent Dietmar Arends den hohen Stellenwert der Diakonie: „Die Diakonie gehört wesenhaft zur Kirche dazu.“ Er erinnerte an die im Lukas-Evangelium berichtete Erzählung Jesu vom barmherzigen Samariter. Wenn Jesus dazu auffordere, genauso wie der Samariter zu handeln und dem Hilfsbedürftigen zu helfen, dann richte sich diese Aufforderung ebenfalls an die Gemeinden und an die Kirche in ihrer Gesamtheit. Auch deshalb seien im Diakonie Referat der Lippischen Landeskirche die Arbeitsbereiche Sozialberatung, Flüchtlingsberatung, Hörbehindertenberatung, Fachberatung ev. Kindertageseinrichtungen sowie Diakonisches Jahr zusammengefasst.
Matthias Neuper führte in seiner Predigt aus, dass die biblische Geschichte vom barmherzigen Samariter sich tief eingegraben habe in die soziale Kultur. Neuper: „Generationen haben gelernt, in den Geringsten Gottes Ebenbild zu entdecken.“ Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Leiter der Herberge zur Heimat in Detmold (einer Einrichtung für Menschen in sozialen Notlagen) sei er auf Menschen getroffen, „die aufgrund von Gewalterfahrungen, Lebenskrisen oder gesellschaftlichen Veränderungen nicht mehr an ihren angestammten Platz passten.“ Ihm seien Menschen mit sozialen Schwierigkeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen ebenso begegnet wie Migranten und Geflüchtete, die einen steinigen Weg bis nach Deutschland zurückgelegt hätten und sich nun hier zurechtfinden müssten. Eine diakonische bzw. dienende Kirche ziele auf „ein solidarisches und gleichberechtigtes Miteinander.“
Ein Leben unterhalb der Armutsgrenze und fehlende Bildungschancen beeinträchtigten jedoch die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe. Im Bereich der Lippischen Landeskirche gebe es eine Reihe diakonischer Einrichtungen, um soziale Benachteiligungen nach Möglichkeit auszugleichen. Als Beispiele nannte Neuper die Stiftung Eben-Ezer in Lemgo als Facheinrichtung für Menschen mit Behinderungen, die Fürstin-Pauline-Stiftung in Detmold als Einrichtung der Jugend- und Altenhilfe sowie die Herberge zur Heimat.
Diakonie bedeute auch, Flüchtlinge und Migranten zu beraten und ehrenamtliche Helfer fachlich zu begleiten. Bedeutsam blieben natürlich die bekannten diakonischen Aufgabenfelder: die Kinder-, Jugend- und Familienbetreuung ebenso wie die Alten- und Hospizarbeit. Diakonie besage aber nicht nur „Einsatz für andere“, sondern erinnere genauso an die eigene Begrenztheit. Matthias Neuper: „Jeder von uns kennt Augenblicke, in denen wir spüren, dass wir auf andere Menschen angewiesen sind. Das ist eine Lektion, die wir alle irgendwann lernen müssen. Wir leben mit Brüchen und erfahren Ganzheit. Wir spüren Schmerz und werden darin getröstet.“
 

06.03.2015

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