Vom Wandel in Südafrika

Reisegruppe berichtet im Gottesdienst vom Besuch in den Partnergemeinden

Die Gemeinde auf dem Weg zur Kollekte, wo die Südafrika-Reisenden Pauline Pook, Jennifer Kracht und Sina Neugebauer (von links) mit den Körbchen warteten.

Lage-Heiden. Mit Musik, Begegnung und Berichten von Partnerschaften ist in einem Gottesdienst in Heiden am Sonntag, 26. Oktober, an den politischen und kirchlichen Wandel in Südafrika vor 20 Jahren erinnert worden.

Nach dem Ende der Apartheid entstand in Südafrika durch das Zusammenwachsen der ehemaligen reformierten Kirche für Farbige und der früheren reformierten Kirche für Schwarze die „Uniting Reformed Church in Southern Africa“ (URCSA) - auf Deutsch: die sich vereinigende reformierte Kirche im südlichen Afrika. Die Lippische Landeskirche und die URCSA vereinbarten 1998 eine Partnerschaft, der auf Gemeindeebene weitere Vereinbarungen folgten. So hat die ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde Orlando in Johannesburg, die ev.-ref. Kirchengemeinden Spork-Wendlinghausen sowie Hillentrup mit der Gemeinde Alexandra (ebenfalls in Johannesburg). Auch zwischen der lutherischen Kirchengemeinde in Detmold und der in Durban (Südafrika) existieren partnerschaftliche Beziehungen.
Eine lippische Reisegruppe mit Heidens Pfarrerin Brigitte Fenner besuchte die Partnergemeinden in Orlando und Alexandra in der ersten Oktoberhälfte.
Einige Mitglieder der Reisegruppe erzählten, dass sie stark berührt seien von den im Vergleich zu Deutschland schlechten und begrenzten Lebensumständen vieler Menschen in den beiden Partnergemeinden. In ihrer Wahrnehmung sei das Leben in Johannesburg von starken Gegensätzen geprägt. Allerdings verlaufe die Grenze zwischen arm und reich nicht mehr zwangsläufig trennscharf zwischen schwarz und weiß wie noch zu Zeiten der Rassentrennung. Deutlich erkennbar gebe es Veränderungen und Bemühungen, um das nach dem Ende der Apartheid neugewonnene Miteinander der Menschen weiter zu stärken, schilderten Reiseteilnehmer, die Johannesburg bzw. Orlando und Alexandra von früheren Besuchen her kannten.
Von einem Wandel auch auf der hohen Ebene der südafrikanischen Kirchenleitungen berichtete die landeskirchliche Südafrika-Beauftragte, Pfarrerin Stefanie Rieke-Kochsiek. Sie erinnerte daran, dass das 1986 auf der Synode von Belhar (bei Kapstadt) formulierte „Bekenntnis von Belhar“ zunächst von der „farbigen“ Kirche und kurz darauf von der „schwarzen“ reformierten Kirche angenommen wurde. Die im Bekenntnis formulierten Bitten um Einheit, Versöhnung und Gerechtigkeit seien zur Grundlage der URCSA geworden. Jahrelang habe sich die „weiße“ reformierte Kirche dem Vereinigungsprozess entzogen, aber nun scheine Bewegung in den Entwicklungsgang zurückgekehrt zu sein. Die „weiße“ reformierte Kirche habe ihren Kirchengemeinden ans Herz gelegt, sich mit der Anerkennung des Bekenntnisses von Belhar auseinanderzusetzen. Dieser Prozess laufe noch.
Die Predigt des Gottesdienstes hielten Sabine Hartmann, landeskirchliche Referentin für Ökumenisches Lernen, und Annette Weber, Religionslehrerin aus Hillentrup. Der Chor „Mixed Voices“ bereicherte den Gottesdienst mit südafrikanischen Liedern, darunter „We are marching in the Light of God“ zum Ausklang und zur Kollekte. Wie es in Südafrika und ebenfalls in den Partnergemeinden Orlando und Alexandra üblich ist, tanzten die Gottesdienstbesucher dabei durch den Kirchsaal zu den Kollektenkörbchen.
 

31.10.2014

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