Flashmob und Straßencafé

ZUSAMMENLEBEN gelingt: junge Frauen wollen sich für Flüchtlinge engagieren

Susanne, Miriam, Sara, Julia, Jessica, Ann-Kathrin und Brigitte Fenner (von links) vom Projekt Coffee to stay erfahren etwas von Dieter Bökemeier über die Situation von Flüchtlingen.

Kreis Lippe. ZUSAMMENLEBEN gelingt heißt das Projekt des Kreises Lippe und der Lippischen Landeskirche, in dem Projekte und Veranstaltungen das gute Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zeigen sollen. Etwa zehn Frauen haben jetzt in diesem Rahmen die Gruppe „Coffee to stay“ ins Leben gerufen.

Zweimal haben sich die Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren bereits im Alten Pfarrhaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Heiden zusammen mit Brigitte Fenner, Pfarrerin für Frauenarbeit der Lippischen Landeskirche, getroffen. Die Idee: Mit Flashmobs (über soziale Medien organisierte spontan wirkende Aktionen) in Verbindung mit mobilen Straßencafés vor und in verschiedenen Flüchtlingsheimen mit den Menschen dort in Kontakt kommen und andere Interessierte ermutigen, sich auch zu engagieren.
Die Gründe der Frauen, die alle studieren oder in einer Ausbildung sind, mitzumachen: „Ich denke, wir können diesen Menschen Kraft geben durch unseren Glauben, aber auch viel von ihnen lernen“, meint die 19-jährige Julia. Sara, 20, möchte dem Flüchtlingselend nicht tatenlos zusehen. Dass sie neugierig ist auf neue Menschen, erklärt Jessica, 25: „Außerdem freue ich mich über ein kirchliches Projekt in meiner Altersgruppe.“
Alle sind sich einig, dass sie etwas Sinnvolles tun und mehr über die Hintergründe der Flüchtlingsproblematik erfahren wollen. Dazu hat Brigitte Fenner zum zweiten Treffen Pfarrer Dieter Bökemeier eingeladen, Flüchtlingsbeauftragter der Lippischen Landeskirche. „Es sind Menschen, die teilweise in sehr schlechtem Zustand, halb verhungert bei uns ankommen – von Schleppern in Containern oder Lastwagen transportiert oder in Booten übers Mittelmeer nach Europa geflüchtet“, so Bökemeier. Der Weg der Flüchtlinge führe über Erstaufnahmeeinrichtungen in Detmold, Oerlinghausen und Bad Salzuflen in Asylbewerberheime wie in der Heldmanstraße in Detmold oder der Bredestraße in Lage. Parallel dazu liefen die Asylanträge mit Anhörung, Entscheidung und eventuellen Klagewegen. Bis es zur Anhörung kommt, kann unter Umständen schon mal ein Jahr vergehen. Eine schlimme psychische Situation für viele.
Die Gruppe Coffee to stay möchte bald in Kontakt kommen mit Menschen, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, und plant ihre erste Aktion im Dezember. Alle interessierten jungen Frauen, die gerne mitmachen möchten, können auf Facebook der Gruppe „Coffee to stay“ beitreten oder bei Pfarrerin Brigitte Fenner unter Tel. 05232/3321 anrufen.
Brigitte Fenner ist auch Ansprechpartnerin bei einem weiteren Projekt der Kampagne ZUSAMMENLEBEN gelingt: „Gemeinsam orientalisch kochen“ am Donnerstag, 27. November, von 18 bis 21 Uhr im Haus der Kirche Herberhausen in Detmold. Eine interkulturelle Ausstellung zum Thema Märchen gestalten Frauen des Frauenvereins Schatztruhe ebenfalls in Herberhausen, Infos hat Nina Friesen unter Tel.: 0177/1491781. Gudrun Rehmann stellt Beispiele gelungener Integration in der Broschüre „Zuwanderer in Lippe“ vor. Die Broschüre ist erhältlich in Detmolder Buchhandlungen und bei Gudrun Rehmann (Tel. 05231/31231, zwischen 12.30 Uhr und 13 Uhr). Gudrun Rehmann kommt auch gerne in Gruppen und Kreise, um die Broschüre vorzustellen und zu diskutieren.
 

31.10.2014

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