Zur Verfolgung von Christen in aller Welt

äußern sich die leitenden Theologen der drei evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen:

Im Irak wird die Minderheit der Jesiden von einer fanatisierten Terrorbande verfolgt, die vorgibt im Namen des Islam zu handeln – ein menschenverachtendes Vorgehen, das Züge eines Völkermordes trägt.

Diese Gräueltaten dürfen die Weltöffentlichkeit ebenso wenig kalt lassen wie die Verbrechen, die jetzt an Christen im Irak verübt werden. Sie sind ein schrecklicher Höhepunkt des Unrechts, dem unsere Glaubensgeschwister in vielen Ländern der Erde ausgesetzt sind. Noch nie sind Christen wegen ihres Glaubens so zahlreich unterdrückt worden wie heute. Nach Schätzungen internationaler Menschenrechtsorganisationen sind mehr als 70 Prozent der weltweit wegen ihrer Religion Verfolgten Christen. In Solidarität wissen wir uns mit ihnen verbunden und beten für sie.

Die Repressionen reichen von der systematischen Einschränkung bestimmter Grundrechte über rechtliche Diskriminierung bis hin zur Bedrohung von Hab und Gut, ja von Leib und Leben. Zerstörung von Gotteshäusern, Gefängnis, Folter und Mord sind in manchen Ländern traurige Wirklichkeit.

Diese Verbrechen dürfen nicht verschwiegen werden. Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen in unserem Land, immer wieder darauf hinzuweisen und für Religionsfreiheit einzutreten.

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, also unteilbar. Auch die Tatsache, dass ein Religionswechsel vielerorts unter Strafe gestellt wird, ist eine besonders gravierende Verletzung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit.

Wir halten an der Überzeugung fest, dass Aufklärung, Bildung und menschenwürdige Lebensverhältnisse die besten Mittel sind gegen religiös verbrämten Hass und Gewalt.

Wir sind solidarisch auch mit den Menschen anderen Glaubens, die um ihrer Religion willen verfolgt werden. Diese Solidarität erhoffen wir uns ebenso auch in umgekehrter Weise. Gemeinsam mit Juden, Muslimen, Buddhisten, Hindus und anderen wollen wir die friedensstiftenden Kräfte in allen Religionen stärken. Wer im Namen Gottes Gewalt verübt oder zu Gewalt aufruft, missbraucht die Religion und beleidigt Gott.


Präses Annette Kurschus, Evangelische Kirche von Westfalen
Präses Manfred Rekowski, Evangelische Kirche im Rheinland
Landessuperintendent Dietmar Arends, Lippische Landeskirche

 

14.08.2014

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