Auftakt in Lage

9. Lippischer Orgelsommer ist gestartet

Große Resonanz zum Auftakt des 9. Lippischen Orgelsommers: in der evangelisch-reformierten Marktkirche in Lage.

Kreis Lippe/Lage. Orgelkonzerte, Kirchenführungen und Kaffeetrinken – das sind die drei Hauptbestandteile des „Lippischen Orgelsommers“, der beliebten Veranstaltungsreihe von Lippischer Landeskirche und Lippischem Heimatbund. Am Sonntag (6. Juli) war Auftakt in der evangelisch-reformierten Marktkirche in Lage. Dr. Heinrich Stiewe informierte die Teilnehmer über die Geschichte der Kirche. Nach der Kaffeepause begann das Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Volker Stenger.

Der „Lippische Orgelsommer“, der in diesem Jahr bereits zum neunten Mal stattfindet, bringt Kirchen und ihre Orgeln ins Gespräch – an jedem Sonntag in den Sommerferien an einem anderen Ort. Das Interesse an der Veranstaltungsreihe ist weiterhin ungebrochen. Auch am vergangenen Sonntag fanden sich wieder Gäste aus allen Teilen Lippes ein, die von Pfarrer Rainer Stecker willkommen geheißen wurden.

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Willi K. Schirrmacher, stellvertretender Vorsitzender des Lippischen Heimatbundes, und Landespfarrer Andreas Mattke hielten Grußworte. Ein Grund für den großen Erfolg der Reihe sei das ausgewogene Konzept, erklärte Andreas Mattke. „Der Orgelsommer spricht die Besucher ganzheitlich an – wir bieten etwas für Körper, Geist und Seele.“
Dr. Heinrich Stiewe übernahm die Führung durch die Marktkirche, deren Anfänge in die Zeit vor der ersten Jahrtausendwende zurückreichen.
Als im Herbst 1972 Ausschachtungsarbeiten in der Kirche vorgenommen wurden, um eine Fußbodenheizung zu installieren, stieß man laut Stiewe auf Überreste eines rechteckigen Saalbaus mit quadratischem Chor, der im 9. oder 10. Jahrhundert errichtet worden sein muss. Die archäologische Auswertung ergab noch einige weitere Bauperioden zur Erneuerung oder Vergrößerung: So wurde etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts die Nordwand des Saalbaus auf dem ursprünglichen Fundament neu hochgezogen. Zeitgleich wurde der Turm, der älteste bis heute erhaltene Gebäudeteil, errichtet.
Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus zu einer dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche ausgebaut. Wichtige Bestandteile des Gebäudes sind die Glocken: Die größte und zugleich älteste Glocke stammt aus dem Jahr 1518, hat einen Durchmesser von 1,45 Metern und wiegt 1.900 Kilogramm. Die barocke Orgel wurde 1707 von Johannes Fincke erbaut und gehört zu den eindrucksvollsten Kircheninstrumenten in Lippe. 2006 wurde das Instrument aufwendig restauriert, um den immer gefährlicher nach vorn kippenden historischen Prospekt aus massivem Eichenholz zu stabilisieren.
Nach dem Vortrag und der geselligen Kaffeepause im Gemeindehaus begann das Orgelkonzert: Aufmerksam lauschte das Publikum dem virtuosen Spiel von Kirchenmusikdirektor Volker Stenger, der Werke von Flor Peeters, Wolfgang Amadeus Mozart und Hans Uwe Hielscher anstimmte.

Die nächste Veranstaltung des Orgelsommers findet am Sonntag, 13. Juli, in Kalletal-Lüdenhausen statt.


 

07.07.2014

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