Nachhaltiges Erlebnis

Nacht der offenen Kirchen zieht zu Pfingsten Besucher an

Ev.-ref. Kirche Bega: Zwischenmenschliches mit dem Vokalensemble Chapeau (Blomberg).

Kreis Lippe. Konzert oder Schreibwerkstatt? Die Entscheidung fiel bei der „Nacht der Offenen Kirchen“ am Pfingstsonntag nicht schwer. Die Besucher konnten beides haben. Welche der acht teilnehmenden Kirchen man in der Nacht zu Pfingstmontag auch aufsuchte, man fand sich immer in anregender Atmosphäre wieder, an der in allen Kirchen viele Gleichgesinnte teilhaben wollten.

Musik und Andacht spielten eine wichtige Rolle, so wie in der Taizé-Andacht um Mitternacht in der Erlöserkirche am Markt.
In der ev.-ref. Kirche Bad Meinberg waren es der Flötenkreis, der Gospelchor und das Webersche Vokalensemble, die für die guten Töne sorgten.
Das Chapeau-Vocalensemble in ev.-ref. Kirche in Bega sowie in Detmold Kantor Johannes Pöld mit Orgeltoccaten in der Erlöserkirche, der philippinische „Palawan Chamber Choir“ in der katholischen Kirche Heilig Kreuz und ein Gitarrenkonzert in der Martin-Luther-Kirche boten weitere musikalische Highlights.
In der Ev.-methodistischen Immanuelkirche in Detmold gab es ein Nachtmahl.
Wasser, Wein, Fingerfood und andere Kleinigkeiten trugen auch in anderen Kirchen zur guten Atmosphäre bei und zwischendrin vorgetragene Texte zum „Nachsinnen“ machten die Nacht zu einem nachhaltigen Erlebnis.
In der Christuskirche wurden Bezüge zum Ersten Weltkrieg hergestellt. Orgelcollagen zum Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“ (Ludwig Uhland 1809) bildeten den Auftakt für eine nachdenkliche Stunde. Organist Andrey Doynikov hatte die Melodie des Liedes „zerrissen“ und mit Teilen der Choräle „Ich möcht‘, dass einer mit mir geht“ und „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ zu zwei neuen musikalischen Collagen zusammengesetzt.
Für Pfarrer Maik Fleck eine Allegorie, ein Bild für das, was wir mit unserer Welt durch den Ersten Weltkrieg gemacht haben. „1914 wird die Welt auseinandergerissen und es entsteht eine neue“, beschrieb er die Geschichte. Die Auseinandersetzung mit den musikalischen Collagen und dem Text endete in einer Schreibwerkstatt, einer „Murmelphase“ in der viele Besucher ihre Gedanken zum Geschehen schriftlich formulierten. Die vielversprechend begonnene Schreibwerkstatt soll Auftakt zu einem fortdauernden Prozess sein, der im Gottesdienst am Volkstrauertag reflektiert werden soll.

Ev.-ref. Christuskirche in Detmold: "Ich hatt`einen Kameraden" - Orgelcollagen und Schreibwerkstatt zu einem umstrittenen Lied.

Ev.-ref. Kirche Bad Meinberg: Lesung, Musik, Gespräch und Buffet.


 

10.06.2014

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