Gegen Kurzrasenflächen

Wie aus Rasen eine blühende Landschaft werden kann

Informierten über blütenreiche Landschaftsgestaltung: Ulrike und Gregor Rohlmann (rechts im Bild).

Kreis Lippe/Bad-Salzuflen. Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge brauchen blühende Landschaften. Ulrike und Gregor Rohlmann plädierten in einem Vortrag für die Renaissance von Blumenwiesen & Co. und gegen Kurzrasenflächen, Designer-Gärten und Monokulturen.

Der Designer-Garten mit großer Steinfläche und einer Baum-Skulptur aus Edelstahl, dessen Foto Ulrike Rohlmann in ihrem Vortrag zeigte, war ein Beispiel dafür, wie wir die Natur in unseren Gärten – und nicht nur da – ausschließen. Dafür, dass es auch anders geht, stehen viele Projekte und Initiativen, die Ulrike und Gregor Rohlmann, Obleute für Umwelt- und Naturschutz des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker, auf einem Vortragsabend in der „Gelben Schule“ vorstellten. „Blühendes Band durch unser Land – Initiative für eine insektenfreundliche, blütenreiche und gentechnikfreie Landschaftsgestaltung“ war der Titel und eingeladen hatten dazu der Imkerverein Bad Salzuflen, das Umweltzentrum Heerser Mühle und die Lippische Landeskirche. Heinrich Mühlenmeier, Umweltbeauftragter der Lippischen Landeskirche ordnete das Thema in den großen Zusammenhang Klimawandel und Umweltschutz ein, wies auf die Bemühungen um Artenvielfalt „rund um die Kirchtürme“ hin und machte dort auch noch einiges Potenzial für Blumenwiesen aus.
Wie wichtig die für alle Insekten sind, stellte Ulrike Rohlmann im nachfolgenden Vortrag fest. Dabei ging sie besonders auf die Bedrohung der Bienen durch Mais-Monokulturen (für Biogasanlagen), durch gentechnisch veränderte Pflanzen und einem daraus folgenden verstärkten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ein. Detailliert erläuterte sie die für Bienen oft tödlichen Folgen. Dafür hatte sie in wissenschaftlichen Untersuchungen gesammelte Daten parat, die beispielsweise „signifikant mehr Tier- und Pflanzenarten“ auf Bioanbau-Flächen belegen.
„Nur nach den schönen Blümchen und Bienchen zu gucken ist uns zu wenig“, stellte Ulrike Rohlmann fest und ordnete Initiativen wie das „Netzwerk Blühende Landschaft“ oder auch die des Bad Salzufler Imkerverbandes, der 10.000 Quadratmeter Blühwiesen auf städtischem Grund geschaffen hat, in einen größeren Zusammenhang ein. So brächten etwa bessere Lebensbedingungen für die bestäubenden Insekten auch bessere Ernten, blühende Landschaften mehr Wohlfühlfaktor für die Menschen.
Für die, die aus ihrem Grundstück oder ihrem Rasen eine blühende Landschaft machen wollen, ist es allerdings nicht nur damit getan, großflächig einjährige Blumensamen auszustreuen. Dass das zwar ein erster kurzer und hoffnungsfroher Erfolg ist, aber für eine dauerhafte blühende Wiese nicht ausreicht, machten die Rohlmanns im anschließenden Gespräch mit Hilfe von Beratungsmaterial und Wildblumenmischungen klar. Wer eine dauerhafte und auf die Boden- und Umgebungsverhältnisse abgestimmte Blühwiese anlegen wolle, müsse zunächst die Fläche umarbeiten und die richtige Mischung ausbringen. Dann brauche es noch ein bis zwei Jahre Geduld. Das Mähen könne so langfristig auf zweimal Wiesenmähen im Jahr reduziert werden. Hierbei sei das geschnittene Gras umgehend abzurechen. Mulchen oder Düngen funktioniere nicht, da dies dem Boden zu viel Nährstoffe zuführe. Die Blumenwiese brauche Magerboden.
So könne jeder auch mit nur wenigen Quadratmetern im Garten anfangen, waren sich die Referenten einig, und damit Teil des „blühenden Bandes durch unser Land“ werden.
 

28.04.2014

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