Weltgebetstag in Pivitsheide

Frauen feierten Gottesdienst zum Leitwort „Wasserströme in der Wüste“

Christinnen aus verschiedenen Gemeinden gestalteten den ökumenischen Gottesdienst zum Weltgebetstag in Pivitsheide.

Kreis Lippe/Detmold-Pivitsheide. In Kirchen überall in Lippe ist am vergangenen Freitag (7. März) der ökumenische Weltgebetstag gefeiert worden. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr Ägypten. In der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Pivitsheide führte das Leitwort des Weltgebetstags „Wasserströme in der Wüste“ Christinnen aus verschiedenen Kirchengemeinden zu einem gemeinsamen Gottesdienst zusammen.

In der Kirche in der Albert-Schweitzer-Straße stimmten Gesang und Gebete die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes auf das nordafrikanische Land ein. Den inhaltlichen Schwerpunkt der Liturgie bildete der „Arabische Frühling“ und die damit verbundenen Hoffnungen der ägyptischen Bevölkerung. Hunderttausende Christen und Muslime, Frauen und Männer hatten 2011 gemeinsam für politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit gekämpft. Das Militär griff ein und stürzte den Präsidenten. Eine Übergangsregierung, Neuwahlen und Verfassungsänderungen sollten das Land in die Demokratie führen. Doch die politische Lage hat sich seitdem mehrfach geändert. 2013 gingen die Ägypter erneut auf die Straße.
Ägypten hat rund 85 Millionen Einwohner. Etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung sind christlichen Glaubens. Die meisten von ihnen (acht Millionen Menschen) gehören der Koptisch-Orthodoxen Kirche an. Aber es gibt auch andere christliche Konfessionen. Allein in Kairo befinden sich rund 200 Kirchen.
Christinnen aus Ägypten haben die Gottesdienstordnung zum Weltgebetstag gemeinsam entwickelt. Darin verbinden sie die gesellschaftspolitischen Erfahrungen mit den biblischen Zusagen von „lebendigem Wasser“ und den „Wasserströmen in der Wüste“. Ganz konkret machen diese Zusagen auf Wasser als kostbares Gut aufmerksam und spielen auf den Nil an, die zentrale Wasserader in Ägypten. Dementsprechend war das Wasser auch im Gottesdienst in Pivitsheide ein zentrales Thema. Es zog sich durch Lieder und Gebete. In der Lesung stellten die Frauen die Begegnung zwischen Jesus und einer Samaritanerin am Brunnen szenisch dar. In der Mitte des Raumes lagen zudem Tücher in verschiedenen Blautönen auf dem Boden aus, die Wasser symbolisierten. Mit Hilfe einer mit Sand gefüllten Röhre wurden die Geräusche von fließendem Wasser nachgeahmt.
Wohin der Weg des „Arabischen Frühlings“ noch führt, ist unklar. Die Gottesdienstordnung vermittelte: Ägypten hat große wirtschaftliche Probleme. Dazu zählen hohe Arbeitslosigkeit, Korruption und Stromausfälle. Auch soziale Probleme müssen gelöst werden, etwa im Bildungs- und Gesundheitswesen. In der Fürbitte beteten die Gottesdienstbesucherinnen für Menschen in Not und sprachen sich für faire Lebensmöglichkeiten und gute Bildungschancen für Frauen aus.
Trotz des ernsten politischen Hintergrundes erinnerte der Gottesdienst auch an die positiven Seiten Ägyptens. So hoben die Frauen unter anderem die monumentalen Bauten hervor, die von der bedeutsamen Geschichte des Landes erzählen.
 

12.03.2014

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