Herbstsynode in Detmold

Wahl des neuen Landessuperintendenten

Kreis Lippe/Detmold. Die Synode der Lippischen Landeskirche kommt am Montag, 25., und Dienstag, 26. November, im Landeskirchenamt Detmold (Paulinensaal, 3. Stock), Leopoldstr. 27, zusammen. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem der Haushalt für 2014 sowie die Wahl des Landessuperintendenten.

Der Landeskirchenrat hat zwei Kandidaten benannt: Dietmar Arends (50), Pastor für Diakonie und Ökumene in der Evangelisch-reformierten Kirche (Leer), und Reiner Rohloff (50), Studienleiter in der ökumenischen Bildungs-, Besinnungs- und Begegnungsstätte Kloster Frenswegen (Nordhorn).

Nach der Vorstellung der Kandidaten gibt es eine Aussprache. Dann erfolgt die Wahl geheim per Stimmzettel. Zur erfolgreichen Wahl des Landessuperintendenten ist die absolute Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder der Landessynode erforderlich. Erreicht keiner der beiden Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen, sind gegebenenfalls mehrere Wahlgänge erforderlich. Eine absolute Mehrheit ist erreicht, wenn eine Kandidatin oder ein Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder der Landessynode erhält.

Ein weiteres Thema ist der Haushalt für 2014.
Das geschätzte Kirchensteueraufkommen für 2014 beträgt 30,5 Mio. Euro und liegt damit um ca. 3% über dem geschätzten Aufkommen für das laufende Jahr (29,5 Mio. Euro). Juristischer Kirchenrat Dr. Arno Schilberg: „Die aktuellen Zahlen lassen die Einschätzung zu, dass wir genauso wie der Staat mit höheren Steuereinnahmen in den nächsten Jahren rechnen können. Das können wir nicht! Wir müssen vorsichtiger sein! Die Kirchen sind abhängiger von der Altersentwicklung der deutschen Bevölkerung. Wir bekommen nur Beiträge in Form von Steuern von unseren Mitgliedern. Wir bekommen keine anderen Steuern wie der Staat, z.B. Gewerbesteuer oder Mineralölsteuer. Die deutsche Gesellschaft nimmt mittelfristig nicht zu, sondern eher ab. Unser Aufkommen wird deshalb mittel- bis langfristig sinken. Nach den guten Jahren werden schlechte Jahre kommen. Darauf müssen wir reagieren!“
In den vergangen Jahren hat sich die Lippische Landekirche auf diese Situation eingestellt. So ist der von der Landessynode im Jahr 2006 beschlossene Gemeindepfarrstellenreduzierungsplan annähernd umgesetzt worden.
Eine weitere Maßnahme war die Fusion der Theologischen Bibliothek mit der Lippischen Landesbibliothek. Dr. Schilberg: “In diesem Zusammenhang haben wir uns auch von Gebäuden getrennt, die keiner unbedingt kirchlichen Nutzung unterlagen, bei denen aber erhebliche Mittel für Investitionsmaßnahmen in den kommenden Jahren erforderlich geworden wären. Damit haben wir uns Raum geschaffen für Zahlungsverpflichtungen, denen wir uns nicht entziehen können.“
Hierbei handele es sich insbesondere um die Beiträge für die Versorgungssicherung der Pfarrer: „Wir stellen für 2014 rund 7 Mio. Euro unseres gesamten Kirchensteueraufkommens zur Versorgungsabsicherung unserer Pfarrer zur Verfügung. Dies wird uns auch in den kommenden Jahrzehnten begleiten.“

Die Synode im Landeskirchenamt ist öffentlich. Auftakt ist am Montag, 25. November, um 9 Uhr mit einem Gottesdienst mit Abendmahl in der Erlöserkirche am Markt. Die Sitzung im Landeskirchenamt wird gegen 10.30 Uhr beginnen. Am Dienstag, 26. November, beginnt die Sitzung im Landeskirchenamt um 9 Uhr mit einer Andacht.


Weitere Infos zur Lippischen Landeskirche (Stand 2013):

Rund 174.000 Gemeindeglieder
69 reformierte und lutherische Gemeinden (58 reformiert, 10 lutherisch, 1 evangelisch*)
6 reformierte und 1 lutherische Klasse
52 Synodale

* Lockhausen-Ahmsen ist eine evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedschaft in der reformierten Klasse Bad Salzuflen und in der Lutherischen Klasse.
 

25.11.2013

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