Ich biete Dir etwas an

Kirche geht mit der „Wunderbar“ auf den Markt

Das blaue Licht blinkt auf: Stephanie Kükenhöner und Fred Niemeyer an der Kirchenjahresuhr in der „Wunderbar“.

Kreis Lippe/Lemgo-Lieme. „Schauen Sie mal dort, was denken Sie, wo wir uns im Kirchenjahr befinden?“ Pfarrer Fred Niemeyer beugt sich über die Holztheke der „Wunderbar“, die heute vor dem Pfarrhaus in Lieme extra für mich geöffnet hat, und zeigt auf die Kirchenjahresuhr links an der Wand des Wagens.

Tja, wo befinden wir uns? Ich krame mein bescheidenes Wissen zusammen: „Nach Pfingsten und schon ziemlich weit im Kirchenjahr, denn das endet im November“. Richtig. Und die liturgische Farbe aktuell ist grün und nicht lila oder weiß. Stephanie Kükenhöner vom Credoweg-Team dreht für mich an den Knöpfen und plötzlich, nach einigen richtigen Antworten: ping, blinkt ein blaues Lämpchen auf. Die „Wunderbar-evangelisch mobil“ kann mit sieben Stationen der Erlebnisausstellung Credoweg aufwarten – zum Anfassen, Ausprobieren, zum ins Gespräch kommen.

Der interaktive Credoweg mit seinen Stationen, die Lust darauf machen, über Gott und das Leben nachzudenken, ist zurzeit in der Kirche in Lemgo-Lüerdissen aufgebaut. Der Credoweg-Anhänger, die „Wunderbar-evangelisch mobil“, ist unterwegs: in diesem und im nächsten Jahr in Lippe. Auf Festen, auf Märkten, überall da, wo Menschen zusammenkommen. 17 Kirchengemeinden haben sich für den Wagen angemeldet. In Silixen war er schon, in Blomberg oder auch auf dem Kirchentag in Hamburg.

Die „Wunderbar“ lädt ein zu Getränken in Bioqualität und aus fairem Handel. Der Kaffee wird vor Ort handgemahlen: „Kirche bietet ein qualifiziertes Angebot, das soll sich in unseren Getränken widerspiegeln“, erklärt Fred Niemeyer, Initiator des Wagens und Beauftragter der Lippischen Landeskirche für den Credoweg. Die Minuten der Zubereitung geben Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen: „Ich biete Dir etwas an. Ich biete Dir an, etwas darüber zu erfahren, was Du bei uns, bei Kirche, finden kannst. Wie tief das Gespräch dann wird, hängt von beiden Beteiligten ab“, so Niemeyer.
Auf Menschen zuzugehen, sie anzusprechen, das will gelernt sein. Darum gibt es für das Team in den Kirchengemeinden, die den Wagen ausleihen, eine dreistündige Schulung: von der Getränkezubereitung bis hin zur Gesprächsführung.

Pfarrer Fred Niemeyer und das ehrenamtliche Credoweg-Team investieren Zeit und Kraft in das Projekt: „Dafür braucht es Menschen, die sich begeistern lassen und die mit auf dem Weg sind“. So wie Stephanie Kükenhöner, die sich seit Jahren für den Credoweg und jetzt für die „Wunderbar“ engagiert: „Die Credoweg-Stationen zum Ausprobieren berühren mich immer noch, ich komme jedes Mal wieder ins Nachdenken. Es macht was mit mir.“
Sich nicht hinter den Kirchenmauern verstecken, den Raum öffnen und mit den Menschen reden, darum geht es, so Fred Niemeyer: „ Es lohnt sich, Menschen einzuladen und ihnen zu vermitteln: Dich, so wie Du bist, brauchen wir.“
 

26.06.2013 Birgit Brokmeier

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