In Toleranz gelten lassen

Ökumenischer Vespergottesdienst in der Erlöserkirche

Ökumenischer Vespergottesdienst in Detmold: mit Pfarrer Dr. Werner Weinholt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann, Pastor Uwe Hanis, Präses Annette Kurschus, Kirchenrat Tobias Treseler, Bischof Anba Damian, Erzpriester Constantin Miron und Pfarrer Burkhard Krebber. (von links) Foto: UK

Kreis Lippe/Detmold. Einmal jährlich feiern die Kirchen in der Region jeweils in einer anderen Gemeinde einen ökumenischen Vespergottesdienst. Am Sonntag, 02. Juni, sprach Erzbischof Hans-Josef Becker (Erzbistum Paderborn) vor etwa 300 Menschen in der evangelisch-reformierten Erlöserkirche am Markt das ökumenische Miteinander an.

Wenn die Kirchen „ im Dialog aufeinander hören und in Toleranz das andere am Andern gelten lassen“, dann „können wir den Reichtum der Charismen und Glaubenserfahrungen erfahren und neu beleben“, so Becker in seiner Predigt über das Thema des Gottesdienstes: „Die Toleranz des dreieinigen Gottes und unsere Toleranz“.
Seinen Überlegungen legte der Erzbischof – aus einem „ökumenischen Blickwinkel“ - den Zuspruch des Apostels Paulus aus dem 13. Kapitel des Korintherbriefes zugrunde: „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“.
Die „geistgewirkte Gemeinschaft“ könne und müsse „inmitten unserer Kirchen mehr entdeckt und gefördert werden.“ Aus der Gnade Jesu Christi hätten Christen schon immer Gottvertrauen geschöpft, ihre „meist kleine Kraft, Tugenden und Talente in die Waagschale geworfen“ und darauf vertraut, „dass Gott uns dabei hilft, alles zum Guten einsetzen zu können“. Vieles, was unerreichbar erscheine, rücke so in greifbare Nähe – ohne einen Erfolg herbeizwingen zu können: „Es ist das Zusammenspiel zwischen unserem Einsatz und der göttlichen Gnade, das uns – so dürfen wir hoffen – wieder zur Einheit der Kirche führen wird“.
Aus der Liebe Gottes leite sich das Gebot der Nächstenliebe und der Feindesliebe ab. Diese Grundhaltung sei „unaufgebbar“ und entfalte gerade angesichts von Verhältnissen der Andersheit ihre eigentliche Relevanz: „Das ist nicht immer einfach umzusetzen. Aber es entspricht dem bleibenden Auftrag des Herrn an uns.“
Um eine „ökumenische Offenheit“ bemühe man sich seit Jahrzehnten in der gastgebenden Erlöserkirche am Markt in Detmold – darauf machte Pfarrer Burkhard Krebber aufmerksam. So finde der Gottesdienst in „ökumenischen Mauern“ statt - sei doch die älteste Kirche Detmolds erst katholisch gewesen, dann lutherisch und schließlich reformiert.
Als Liturgen wirkten im Gottesdienst außerdem mit: Bischof Anba Damian (Koptisch-Orthodoxes Patriarchat von Deutschland), Pastor Uwe Hanis (Evangelisch-methodistische Kirche), Präses Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen), Erzpriester Constantin Miron (Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland), sowie von der Lippischen Landeskirche Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann, Kirchenrat Tobias Treseler und Pfarrer Dr. Werner Weinholt. Den musikalischen Rahmen gestalteten Kantor Johannes Pöld und der Bläserkreis des Posaunendienstes in der Lippischen Landeskirche unter der Leitung von Landesposaunenwart Christian Kornmaul.
 

03.06.2013

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