Unglück mahnt zum Frieden

Flugschauunglück vor 30 Jahren forderte sechs Menschenleben

Kreis Lippe/Detmold. Vor 30 Jahren, am Pfingstsonntag, 22. Mai 1983, stürzte während einer Flugschau auf dem damaligen militärischen Teil des Rhein-Main-Flughafens ein kanadischer Kampfjet ab und traf den Wagen der Frankfurter Pfarrersfamilie Jürges.

Martin Jürges (40), seine Frau Irmtraud (38), seine Mutter Erna (77) und die beiden Kinder Katharina (1) und Jan (11) starben noch am Unglücksort. Mit im Wagen war auch die 19-jährige Nichte Gesine Wagner aus Detmold. Sie starb knapp drei Monate später an ihren schweren Verletzungen. Die Lippische Landeskirche erinnert zu Pfingsten an dieses Unglück. Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann: „Die Opfer des Flugzeugabsturzes vom Pfingstsonntag 1983 sind uns eine bleibende Mahnung: Der Umgang mit Waffen darf unter keinen Umständen verharmlost oder gar zur Normalität werden! Dazu gehört, dass der Export von Waffen genauestens überwacht werden muss. Die Bundesrepublik ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur; unsere wirtschaftlichen Interessen dürfen nicht dazu führen, dass Konflikte in Krisengebieten eskalieren.“
Der in Detmold geborene Martin Jürges war von 1975 bis 1981 Stadtjugendpfarrer in Frankfurt. Er war wie viele andere evangelische Christen und Christinnen in der damaligen Friedensbewegung engagiert, die sich gegen den sogenannten NATO-Doppelbeschluss gebildet hatte. Seit 1981 wirkte er als Gemeindepfarrer im Frankfurter Gutleutviertel. Seine Nichte Gesine Wagner war in verschiedenen kirchlichen Jugendgruppen aktiv und ebenfalls in der Friedensbewegung engagiert. Heute erinnert am Behördenzentrum unweit des Frankfurter Hauptbahnhofes ein Gedenkstein auf dem Familie-Jürges-Platz an das tragische Geschehen vor 30 Jahren.
 

15.05.2013

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