Fest der Kulturen

Frühjahrstreffen der Evangelischen Frauenarbeit

Spannend: Interviews auf dem roten Sofa vermittelten Eindrücke aus dem Leben der „Frauen von nebenan“

Kreis Lippe/Lemgo. Beim Frühjahrstreffen der Frauenarbeit wurde im Jahr der Toleranz gefeiert: „Die Frauen von nebenan – ein Fest der Kulturen“.
Die Frauen von nebenan kommen beispielsweise aus den Niederlanden, Indonesien, Russland oder Kurdistan. Ihr Leben im lippischen Alltag stand im Mittelpunkt.

Ein rotes Sofa beherrschte die Bühne des Kirchlichen Zentrums in Eben Ezer, ein aufblasbarer Globus gab erste Hinweise auf das Thema beim Frühjahrstreffen im 75. Jahr des Bestehens der Frauenhilfen.
Rund 180 Frauen hatten sich auf den Weg nach Lemgo gemacht. „Ist das schön, so viele Frauen hier zu sehen“, freute sich Pfarrerin Brigitte Fenner. Die 15 Frauen des Leitungskreises hatten für ein abwechslungsreiches und spannendes Festprogramm gesorgt. Abwechslungsreich, weil viel gesungen wurde und das Duo Druschba mit Gitarre, Gesang und bekannten Liedern für Unterhaltung sorgte und immer wieder zum Mitsingen animierte. Spannend, weil die Interviews auf dem roten Sofa einiges aus dem Leben der „Frauen von nebenan“ verrieten und dazu immer auch kleine Mitmach-Aktionen der Besucherinnen gefragt waren.
Wenn Dörte Vollmer als „Frau Antje“ ihren Käse - „Edamer ist orange, Maasdamer ist blau, Leerdamer ist grün“ – zum Verkosten anbot, dann war damit nur die Farbe der Spieße gemeint, auf denen der Käse angeboten wurde. Im Interview mit Dita Schmode-Jonkmann hatte sie zuvor etwas über den „anderen“ holländischen Humor und darüber erfahren, dass ihre Interviewpartnerin ihre Ernährung nicht groß auf „lippisch“ umstellen musste.
Die indonesische Musikerin Grace Nainggolan betonte im Gespräch mit Iris Kruel, dass sie sich „eigentlich überall zu Hause fühle“ und Heimat für sie da sei, „wo ich willkommen bin und verstanden werde“.
Nina Friesen und ihre Begleiterinnen aus Russland, Sibirien oder Kasachstan stellten im Gespräch mit Brigitte Fenner fest: „Wir fühlen uns als Deutsche“ und „Heimat ist ein Gefühl, kein Wohnsitz“.
Was bei einer Ausreise in eine neue Heimat in den Koffer gehört, darüber konnten sich anschließend einige der Frauen an den Tischen Gedanken machen. Von Heimaterde über die Kulturtasche und die Bibel bis hin zu Angorasocken war da einiges dabei.
Wie wichtig eine gemeinsame Sprache ist, bestätigten die kurdischen Frauen im Interview mit Monika Korbach. Sie haben sich bei einem Deutschkurs im Haus der Kirche in Herberhausen kennengelernt. Einige vermissen zwar ihre große Familie oder die Sonne, lobten aber die Chancen für ihre Kinder und fühlten sich im Alltag freier als in Kurdistan. Die Gruppe aus dem Stadtteilzentrum in Herberhausen hatte auch für reichlich Kuskus, Fladenbrot und mehr gesorgt und damit dazu beigetragen, dass das Fest der Kulturen den Besucherinnen wohl nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird.
 

19.04.2013

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