Sprachfähig in religiösen Fragen

Die Zukunft des Religionsunterrichts war Thema auf Schulleitertagung

Sprach über die Zukunft des Religionsunterrichts: Prof. Hans- Martin Lübking vom Pädagogischen Institut der EKvW

Kreis Lippe/Detmold. Die Frage „Wie kann der Religionsunterricht in Zukunft bestehen?“ stand im Mittelpunkt der Schulleiterbegegnungstagung im Landeskirchenamt in Detmold. Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, konnte neben rund 40 Schulleitern auch den Präses der Landessynode, Michael Stadermann, und Schulamtsdirektor Gerd Zimmermann begrüßen: „Kirche und Schule arbeiten gemeinsam an gleichen Zielen, an Frieden, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit“.

Prof. Hans- Martin Lübking , Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), hob in seinem Vortrag die Bedeutung des Religionsunterrichts hervor: „Gerade angesichts der Globalisierung vieler Lebenszusammenhänge wird religiöse Bildung immer wichtiger – für die eigene Verwurzelung der Schülerinnen und Schüler, für religiöse Urteilsfähigkeit, für Sinnfindung und Orientierung in der Welt, für Verständnisfähigkeit und Toleranz.“ Guter Religionsunterricht fördere religiöse Sprachfähigkeit.
Eine Herausforderung für die Zukunft sieht Lübking im interreligiösen Lernen: „In einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft wird die Verständigung untereinander blockiert, wenn man kein Gespür für die religiösen Wurzeln anderer Menschen aufbringt.“

Wer sich in der globalisierten Welt zurechtfinden wolle, wer z.B. zur Ausbildung nach Asien oder in den Nahen Osten gehe, brauche so etwas wie ein „religiöses Weltwissen“. Doch das Glaubenswissen habe in den letzten Jahrzehnten abgenommen, „man kann sich aber nicht ernsthaft eine Meinung bilden, wenn man keine Ahnung hat“. Hier sieht Lübking die Lehrer gefordert: „Ich wünsche mir von den Fachschaften Religion in den Schulen eine Verständigung über gemeinsame Standards und ein vereinbartes Basiswissen“.

Eine besondere Bedeutung für die Zukunft des Religionsunterrichtes komme auch der Kooperation im Unterricht zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche zu: Lippe, wo die offizielle Kooperation an den Grundschulen bereits möglich sei, habe Modellcharakter. „Wie Erfahrungen zeigen, entdecken Schüler und Lehrer im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht ihre eigene Konfession neu, bauen Vorurteile gegenüber der anderen Konfession ab und wird der Religionsunterricht intensiver theologisch und didaktisch-methodisch vorbereitet.“

Die Kirche ruft Lübking zu einer stärkeren Unterstützung des Religionsunterrichts auf, nehmen doch 96 Prozent aller evangelischen Schülerinnen und Schüler in NRW daran teil: „Mit dem Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen besitzt die Kirche unschätzbare Außenstellen, mit denen sie nahe bei den Menschen ist.“


 

07.12.2012

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