Vom Aufgang der Sonne

350 Frauen trafen sich zum Jahresfest der Frauenhilfen

Großes Interesse an Jahresfest der Frauenhilfen: Pfarrerin Brigitte Fenner hielt die Andacht


Kreis Lippe/Horn-Bad Meinberg. Unter dem Motto „Vom Aufgang der Sonne …Das Gotteslob als Atempause für die Seele“ spürten mehr als 350 Frauen beim Jahresfest der Frauenhilfen im Bad Meinberger Kurtheater dem Rhythmus der Tageszeiten nach. Eingeladen hatte die Evangelische Frauenarbeit in Lippe. Erika Rüter vom ehrenamtlichen Leitungskreis führte durch die fast dreistündige Veranstaltung.

Die Frauen des Leitungskreises hatten sich schon mit der Sonne und Mond-Dekoration einiges einfallen lassen. Das „Anspiel“, bei dem sehr unterschiedliche Dinge vorgestellt wurden, die durch den Tag begleiten (Gymnastik, chinesischer Morgengruß oder auch Kerze und Psalm), leitete zum Vortrag der Äbtissin Bärbel Görcke über.
Die „jüngste Äbtissin Deutschlands“ berichtete aus dem Alltag des evangelischen Klosters Mariensee, von der Strukturierung ihres Tages durch die zum Gebet rufende Glocke um 7, um 12 und um 18 Uhr.
Sie beschrieb den Ruf zum Gebet als Herausforderung „die eigene Verfügbarkeit abzugeben“, etwas herzugeben, still zu werden, Atem zu holen, sich Gott zuzuwenden.
„Es ist etwas, das wiederkehrt, was ich mir aneignen kann und mich gefühlsmäßig anspricht“, sagte die Äbtissin. Ihr sei wichtig, das Psalmengebet zum Gotteslob wiederzuentdecken und das zu beten, was gerade dran sei, sich „in den Strom des Gebetes zu stellen“.
Sie verwies auf die besondere Situation der Klostergemeinschaft, auf die „heilende Gemeinschaft“ deren Mitglieder man sich nicht alle persönlich ausgesucht habe. Es sei wichtig, in den anderen Menschen Christus zu erkennen. Daneben brauche man einen festen Ort, auch in der eigenen Wohnung, an dem man sich zum Gotteslob ausrichten könne. Außerdem solle man, als dritten Punkt, die Gebete an bestimmte Zeiten binden, stellte Bärbel Görcke fest. „Damit wir eine Ahnung von der Spanne bekommen, die uns täglich geschenkt wird“, ging Pfarrerin Brigitte Fenner in ihrer anschließenden Andacht noch einmal darauf ein. Sie verknüpfte die täglichen persönlichen Rituale zum Gotteslob mit der Neuentdeckung der Riten und Rituale des Pilgerns. Sie empfahl: „An jedem Tag einen häuslichen Pilgerweg gehen, mit kurzen, heilsamen Unterbrechungen“.
Das Fest im Kurtheater war so ein „kleiner Pilgerweg“ für die ehrenamtlich tätigen Frauen in der Frauenhilfe. Ein Nachmittag mit gemeinsamen Gesang, Klavierbegleitung von Annette Wolf, Musik von dem Bläserensemble aus Pivitsheide unter der Leitung von Matthias Krüger sowie einer Andacht und zusätzlichen Informationen durch die Buchhandlung „Abraxas“ und den Eine-Welt-Laden „Alavanyo“.
 

01.10.2012

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