Die beste Beratung in der Schwangerschaft

OWL ist Modellregion für neues Projekt: nächstes Treffen in Detmold

Bereiten das Vernetzungstreffen in Detmold vor: Christoph Pompe, Marit Cremer, Ingrid Moczarski, Barbara Ehret.

Kreis Lippe/Detmold. Eine schwangere Frau, deren Embryo Anzeichen einer Behinderung aufweist, befindet sich in einer bedrückenden Entscheidungssituation. Um den Frauen zügig mit der besten Beratung beistehen zu können, gibt es seit einem Jahr das Projekt „Interprofessionelle Kooperation bei Pränataldiagnostik.“ Modellregion ist Ostwestfalen-Lippe, das nächste Vernetzungstreffen findet am Mittwoch, 24. Oktober, in Detmold im Landeskirchenamt statt.

Gynäkologen, Hebammen, Klinikseelsorger, Humangenetiker, Pränataldiagnostiker sowie Fachleute aus der Behindertenhilfe und aus psychosozialen Beratungsstellen kommen zusammen, um sich über Kooperationsmöglichkeiten und professionelle Beratung vor, während und nach Pränataldiagnostik (PND) auszutauschen.
Ins Leben gerufen wurde das auf drei Jahre angelegte Projekt durch die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung (EKFuL), den Bundesverband der evangelischen Behindertenhilfe (BeB) sowie den Deutschen Evangelischen Krankenhausverband (DEKV). Die Grundlage bildet das Schwangerschaftskonfliktgesetz, das die Ärzte verpflichtet, nach einem auffälligen Befund auf weitere und vertiefende psychosoziale Beratung in Schwangerschaftsberatungsstellen hinzuweisen und mit dem Einverständnis der Schwangeren den Kontakt dorthin zu vermitteln.
„Ziel ist es, im Arbeitskreis einen interprofessionellen Dialog zu Fragen der Kooperation, Beratung und ethischen Haltung zu initiieren“, so Marit Cremer von der EKFuL. Die Soziologin leitet das Modellprojekt und bereitet gemeinsam mit Pfarrer Christoph Pompe, Dipl. Sozialpädagogin Ingrid Moczarski und Dr. Barbara Ehret das Treffen in Detmold vor.
Die Frauen in eine gute Begleitung und Beratung zu vermitteln, steht für alle Beteiligten im Vordergrund: „Das Wesentliche dabei ist, den ratsuchenden Frauen die Angst zu nehmen und sie individuell so zu beraten, dass sie die für sich tragfähigste Entscheidung treffen können“, erklärt die Bad Salzufler Ärztin für Frauenheilkunde, Dr. Barbara Ehret.
Pfarrer Christoph Pompe, Leiter des Ev. Beratungszentrums der Lippischen Landeskirche und stellv. Vorsitzender der EKFuL, hält OWL als Modellregion für besonders geeignet: „Mit etwa 2 Mio. Einwohnern ist die Region groß genug für Erkenntnisse, die auch in Hamburg oder Leipzig anwendbar sind. Zudem ist die Verknüpfung von städtischem und ländlichem Raum hier gegeben.“ Denn eine Schwangere aus der Region, die nach Bielefeld zu PND-Untersuchungen fährt, müsse danach auch in der Nähe ihres Wohnortes verlässliche Strukturen für die weitere Begleitung vorfinden.
Die Beratungsangebote richten sich aber nicht nur an Frauen, die sich in einer Entscheidungssituation befinden, sondern an alle, die zu Pränataldiagnostik eine Beratung wünschen, ergänzt Ingrid Moczarski vom Ev. Beratungszentrum in Detmold.
Wer sich für das Modellprojekt „Interprofessionelle Kooperation bei Pränataldiagnostik“ interessiert - angesprochen sind insbesondere niedergelassene Gynäkologen und Hebammen - erhält weitere Informationen unter: info@ekful.de oder Tel: 030/52 13 559 /-13.
 

24.10.2012

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