Gemeinschaft braucht Vielfalt

Lehrerinnen erhalten kirchliche Lehrerlaubnis für Ev. Religionsunterricht

Landespfarrer Andreas Mattke hielt die Predigt im Gottesdienst. Zu Lehrkräften des Fachs Evangelische Religionslehre wurden berufen: Lena Kleinschmidt, Sabine Christina Quandt, Kathrin Manthey (obere Reihe, von links), Heike Blask, Judith Hüpsel, Antonia Hamm, Judith Brinkmann (von links).

Kreis Lippe/Voßheide. Sieben Lehrerinnen aus Westfalen und Lippe haben in einem Gottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche in Lemgo-Voßheide die Vokation der Evangelischen Kirchen erhalten.

Dabei handelt es sich um die kirchliche Lehrerlaubnis, die nach dem nordrhein-westfälischen Schulgesetz und der Vokationsordnung der Kirchen Voraussetzung ist, um Evangelischen Religionsunterricht an Schulen erteilen zu dürfen.
Unter den angehenden Religionspädagoginnen war eine Lehrerin aus einer evangelischen Freikirche, die im Gottesdienst am Sonntag, 24. Juni, die Bestätigung für die Vokation in ihrer Heimatgemeinde erhielt.

Eine intensive Arbeitswoche im Landeskirchenamt in Detmold unter der Leitung von Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, war der Berufung der Religionslehrerinnen vorausgegangen.
Die Woche vertiefte Grundfragen des Religionsunterrichts, thematisierte die Zusammenarbeit von Staat und Kirche im Bereich der Schule und beschäftigte sich mit der besonderen Kirchengeschichte Lippes. Außerdem wurde der Vokationsgottesdienst inhaltlich vorbereitet.
Die Teilnehmer des Vokationskurses hatten den Gottesdienst unter das Leitwort „Ein Leib, viele Glieder“ gestellt. Grundlage des Gottesdienstes war der entsprechende Vers aus dem ersten Brief des Paulus an die frühchristliche Gemeinde in Korinth, wo es heißt: „Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.“ Der Korintherbrief lehre, dass das Ringen um Einheit und Gemeinschaft zuweilen mühsam, aber stets bereichernd sei, so Andreas Mattke: „Verschiedenheit ist nicht furchtbar, sondern fruchtbar.“ Schule als Gemeinschaft bestehe aus den unterschiedlichsten Charakteren. Mattke ermutigte die Pädagoginnen, die mit der Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler verbundenen Herausforderungen anzunehmen und im Religionsunterricht zu verdeutlichen: „Jeder hat seinen Platz und jeder wird gebraucht. Nicht alle sind gleich, aber alle sind gleichwertig.“ Sowohl für die Schule als auch für die Kirche gelte: „In unserer Verschiedenheit gehören wir zusammen.“

Bei der Übergabe der Vokationsurkunden erläuterte Kirchenrat Tobias Treseler, dass sich in der Berufung das Vertrauen der Landeskirchen ausdrücke, dass der Unterricht entsprechend evangelischer Grundsätze erteilt werde. Treseler: „Als Christen freuen wir uns darüber, dass die biblische Botschaft in den Alltag der Schülerinnen und Schülern eingebracht wird.“
 

26.06.2012

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