Trauer um Arzu Özmen

Die Lippische Landeskirche trauert gemeinsam mit vielen Menschen in Detmold um Arzu Özmen (18), die vor wenigen Tagen ermordet aufgefunden wurde.

Die junge Frau aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte war deutsche Staatsbürgerin und im Detmolder Ortsteil Remmighausen hervorragend integriert. Da die Kirche sich verpflichtet weiß, trauernde Menschen zu trösten, gibt die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost der Bevölkerung am Freitag in einem Gottesdienst in der Friedenskirche die Möglichkeit, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.
Als Hintergrund der Tat werden religiöse Motive vermutet. Hierzu sagen wir: Keine religiöse Überzeugung rechtfertigt Gewalt gegen Menschen! Wir erwarten deshalb, dass der oder die Täter ausfindig gemacht und einem rechtsstaatlichen Verfahren zugeführt werden.
Leider sind das Verbrechen an Arzu Özmen und das vermutete Tatmotiv geeignet, ausländerfeindlich und rassistisch eingestellte Menschen in ihrer Überzeugung zu bestätigen. Wir warnen davor, nunmehr alle Jesiden oder gar alle Migrantinnen und Migranten unter Generalverdacht zu stellen. Sie sind und bleiben uns willkommene Mitbürgerinnen und Mitbürger. Diese Überzeugung unterstreicht die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost dadurch, dass in dem Trauergottesdienst für Arzu Özmen ein jesidischer Geistlicher zu Wort kommen wird. Wir hoffen, dass solcher Respekt auch den Trauermarsch und die Kundgebung am Samstag prägen wird.
 

19.01.2012

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