„Steht auf für Gerechtigkeit“

Malaysia ist das Land des Weltgebetstags 2012

Malaysia ist das Land des Weltgebetstages 2012. Pfarrerin Brigitte Fenner, Helma Prestien-Vincke und Pfarrerin Susanne Tono (von links) gestalteten das erste Vorbereitungstreffen.

Kreis Lippe/Detmold. Unter der Überschrift „Steht auf für Gerechtigkeit“ ist Malaysia das Land des Weltgebetstags 2012. Christinnen aus dem südostasiatischen Land haben die Liturgie für die weltweiten Gottesdienste Anfang März erarbeitet. Am Montag (21. November) gestaltete die Evangelische Frauenarbeit unter der Leitung der Pfarrerinnen Susanne Tono und Brigitte Fenner den ersten Vorbereitungsabend in Lippe.

Im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Detmold konnten sich Frauen aus ganz Lippe über das südostasiatische Land und seine kulturellen Besonderheiten informieren. Gastreferentin war Helma Prestien-Vincke aus Gütersloh. Die Veranstaltung fand mit etwa 70 Besucherinnen großen Zuspruch.
„Malaysia ist ein sehr vielseitiges Land“, erklärte Helma Prestien-Vincke. Zur Einstimmung hatte sie einige landestypische Utensilien mitgebracht, zum Beispiel Gewürze, Reis, Tee, Kopfbedeckungen oder auch Räucherstäbchen aus einem Tempel. Prestien-Vincke berichtete von ihren Erfahrungen und Eindrücken während ihrer Reise durch das tropische Land, das an Singapur, Thailand und Indonesien grenzt. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 330.000 Quadratkilometer und ist ungefähr so groß wie Deutschland. Ein Großteil der städtischen Zentren befindet sich in der Westhälfte des Landes, in der auch über 21 der insgesamt rund 28 Millionen Einwohner des Landes leben. Die Hauptstadt ist Kuala Lumpur. Amtssprache ist Malaysisch, Geschäftssprache Englisch. Sowohl die Lage des vielfältigen Landes als auch die Zusammensetzung der Bevölkerung hängen eng mit der Kolonialpolitik der Briten zusammen. Seit 1806 hielten sie Teile des Landes besetzt. Zur Arbeit auf den Tee-, Kautschuk- und Palmölplantagen sowie in den Zinnminen holten sie Arbeitskräfte aus China und Indien. Im Jahr 1957 wurde das Land unabhängig. Die heutige Bevölkerung setzt sich aus Malaien (60 Prozent), Chinesen (20 Prozent) und Indern (10 Prozent) zusammen. Hinzu kommen verschiedene indigene Völker. Staatsreligion ist der Islam, zu dem sich 60 Prozent der Bevölkerung bekennen. Die Malaien sind von Geburt an Muslime. Sie dürfen nicht konvertieren und können keine Andersgläubigen heiraten. Sie werden laut Prestien-Vincke gegenüber den Angehörigen anderer Glaubensrichtungen oft bevorzugt behandelt, zum Beispiel bei der Vergabe von Hochschulplätzen. Die meisten Chinesen sind Buddhisten, die Inder sind Hindus. Das Christentum verteilt sich über beinahe alle Bevölkerungsgruppen, mit Ausnahme der Malaien. Besonders stark ist es in den indigenen Gruppen Ostmalaysias vertreten. Malaysia ist eine parlamentarische Monarchie. Brigitte Fenner, Landespfarrerin für Frauenarbeit: „Es ist ein relativ wohlhabendes Land und bietet Frauen inzwischen gute Bildungschancen. In der rechtlichen Stellung der Frau besteht an vielen Stellen noch Handlungsbedarf.“
In den Pausen bot sich den Besucherinnen des Länderinformationsabends die Gelegenheit, am Stand des Eine-Welt-Ladens Alavanyo verschiedene Produkte aus Malaysia kennen zu lernen. Zudem übten sie einige Lieder zum Weltgebetstag ein.
 

25.11.2011

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