Indien mit allen Sinnen

Kreativer Konfirmanden-Workshop in Lage

Taktvoll: Musikschullehrer Tobias Richter wies den Konfirmanden bei der Body Percussion den Weg, den eigenen Körper als „Schlagzeug“ einzusetzen.

Kreis Lippe/Lage. Vom Fairen Handel über den Umgang mit Wasser bis hin zur Lebenssituation der indigenen Bevölkerung: Informationen über Indien standen im Mittelpunkt des Konfirmanden-Workshops der ev.-ref. Kirchengemeinde Lage im Gemeindehaus der Marktkirche. Rund 120 Katechumenen und Konfirmanden aus sechs lippischen Kirchengemeinden lernten in verschiedenen Arbeits- und Kreativgruppen unter anderem indische Musik und Speisen aus Indien kennen.

Für Pfarrer Jörg-Stefan Tiessen war der Konfirmanden-Workshop eine „gute Gelegenheit, Kirche den Jugendlichen auf eine etwas andere Art und Weise näher zu bringen“. Die Jugendlichen erfuhren einiges über das Leben im Vielvölkerstaat Indien und insbesondere über die indischen Ureinwohner, die Adivasi, von denen viele der lutherischen Gossner-Kirche angehören. Diese Kirche wird von der Gossner Mission (Berlin), der die Lippische Landeskirche partnerschaftlich verbunden ist, unterstützt.
Mitarbeitende des Detmolder Eine-Welt-Ladens Alavanyo stellten den Jugendlichen die Idee des „Fairen Handels“ vor und verdeutlichten dies am Beispiel von Tee und Kaffee aus Assam. Sabine Hartmann, Referentin für ökumenisches Lernen der Lippischen Landeskirche, erläuterte, dass Wasser, obwohl wichtigstes Gut für das Leben, immer mehr zur Handelsware werde, gerade auch in den Ländern des Südens.
Eher kreativ und im wahrsten Sinne des Wortes sinnlich ging es in anderen Workshops zu. Die in Detmold lebende Inderin Asha Suerbaum bereitete zusammen mit Konfirmanden indische Papadams zu. Diese dünnen, knusprig frittierten Fladen aus Linsenmehl fanden reißenden Absatz und wurden als Fingerfood für zwischendurch von den Jugendlichen gerne mitgenommen, wenn sie von einer in die nächste Arbeitsgruppe wechselten. In einer Trommel-Werkstatt vermittelten die beiden Percussionisten der Gruppe „The Gossners“, Sushant Surin und Sushant Mundu, den Konfirmanden den Umgang mit verschiedenen Schlaginstrumenten und mit der „Nagera“.
Die Nagera ist eine große Trommel, die bei allen Liedern der indischen Urbevölkerung den Takt vorgibt. Dass man mit Klatschen, Klopfen und Fingerschnippen auch ohne Instrument vielfältige Rhythmen erzeugen kann, verdeutlichte der Lagenser Musikschullehrer Tobias Richter in seinem Workshop „Body Percussion“.
Im Abschlusskonzert des Tages in der Marktkirche spielten „The Gossners“ christliche Rockmusik und traditionelle Lieder der indigenen Bevölkerung Indiens. Den Kontrast zu diesen teilweise ungewöhnlichen Klängen lieferte die Jazz-Rock-Formation „Night Express“ der Musikschule Lage. Die „Gossners“ hatten ihr Konzert unter das Motto gestellt „Coming to touch your heart“. Der Verlauf des Konfi-Workshops und viel Schlussbeifall für die Musiker bestätigten, dass der Nachmittag und der Abend in Lage die Jugendlichen in der Tat erreicht und berührt hatten.

25.05.2011

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Windows Live