Evangelische Kirchen begrüßen Bildungskonferenz

Voraussetzungen für gerechteres und leistungsfähigeres Schulsystem geschaffen

Düsseldorf/Bielefeld/Detmold. Die Ergebnisse der Bildungskonferenz
stoßen bei den evangelischen Kirchen in NRW auf große Zustimmung. Die
Empfehlungen an die Landesregierung und Landespolitik wurden am Freitag
(20.5.) in Düsseldorf vorgestellt. Das jetzt vorliegende Gesamtpaket
schafft die Voraussetzungen für eine stärkere Bildungsgerechtigkeit, ein
leistungsfähigeres Schulsystem und für die Sicherung eines wohnortnahen
Schulangebotes, so die Einschätzung der leitenden Theologen der Landeskirchen im Rheinland, in Westfalen und Lippe.

Im September 2010 hatten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und
Schulministerin Sylvia Löhrmann die Bildungskonferenz einberufen. Über
50 Verbände und Organisationen arbeiteten daran mit.

Wie notwendig diese Grundlagenarbeit war, beschreibt Oberkirchenrat
Klaus Eberl von der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Der
demografische Wandel einerseits – rückläufige Geburtenzahlen – und
die weiterhin schmerzhaften Mängel in der Bildungsgerechtigkeit
andererseits erfordern eine Weiterentwicklung des Schulsystems in
NRW.“ – „Ich bin froh, dass ein breiter gesellschaftlicher
Konsens darüber gefunden werden konnte, wohin sich Schule und
Schulsystem entwickeln sollen“, erklärt Präses Alfred Buß für die
Evangelische Kirche von Westfalen: „Alle Kinder, gleich welcher
Herkunft, sollen ihre besonderen Gaben und Fähigkeiten entfalten
können.“ Kirchenrat Tobias Treseler von der Lippischen Landeskirche
ergänzt: „Die Menschen, die in den Schulen arbeiten, brauchen für die
notwendigen Veränderungen verlässliche Rahmenbedingungen über den Tag
und über die Legislaturperiode hinaus.“

Dr. Wolfram von Moritz, der im Auftrag der drei Landeskirchen an der
Bildungskonferenz mitgearbeitet hat: „Die Förderung jedes einzelnen
Kindes war der Leitgedanke unserer Arbeit. Deshalb stärken die
Empfehlungen zum Beispiel auch den Ausbau der Ganztagsschule.“ Für den
Schuldezernenten der Evangelischen Kirche von Westfalen ist es „ein
kleiner, aber wichtiger Schritt“, dass die Zusammenarbeit von
Schulformen (Verbundschule) ebenso erleichtert wird wie die
Zusammenführung von Schulformen (Gemeinschaftsschule). So könnten die
Kommunen flexibler auf den Rückgang der Schülerzahlen und das veränderte
Schulwahlverhalten der Eltern reagieren. Von Moritz: „Wenn dieser
Kompromiss zu einer Weiterentwicklung unseres Schulsystems im
gesellschaftlichen Einvernehmen führt, dann ist das nicht hoch genug zu
schätzen.“

21.05.2011

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