Gemeinsam geht es leichter

Informationen über die Selbsthilfegruppe „Villa Findefuchs“

Kleidung, Kinderspielzeug und vieles mehr ist in der Kleiderkammer der Villa Findefuchs zu finden. Doris Haberfield-Jürgens schaut sich mit Marie, Charlene, Jannis (vorne, von links) sowie Kevin (hinten) ein Bilderbuch an.


Kreis Lippe/Lage. Menschen unterstützen und begleiten – das will die Selbsthilfegruppe „Villa Findefuchs“ für Hartz-IV-Empfänger und Geringverdienende, die vor rund zwei Jahren in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lage ins Leben gerufen wurde. Unter dem Motto „Was macht eigentlich…?“ informierten das Referat Jugend-, Frauen- und Bildungsarbeit der Lippischen Landeskirche und die Kirchengemeinde jetzt über die Entwicklung der Einrichtung.

„Gemeinsam geht es leichter“ ist das Motto der Villa Findefuchs, die von Doris Haberfield-Jürgens geleitet wird. Die Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und Betroffene darin zu unterstützen, die eigenen Fähigkeiten zu stärken, macht Pfarrer Jörg-Stefan Tiessen deutlich: „Wir als Kirchengemeinde sind froh, dass es euch gibt“, ergänzt er. Zur Villa Findefuchs gehört unter anderem eine Kleiderkammer, in der Bedürftige gut erhaltene gebrauchte Kleidung für Kinder, Spiele und Schulsachen finden. Diese können sie gegen eine kleine Spende mitnehmen. „Jeder gibt so viel wie er kann“, erklärt Doris Haberfield-Jürgens das Prinzip. Die Kleiderkammer sei sehr gefragt. Manchmal sei die Ware bereits wieder weg, bevor sie den Weg in die Regale gefunden habe. Auch darüber hinaus hat sich die Villa Findefuchs zu einer wichtigen Anlaufstelle entwickelt. Ein Bistro lädt ein zur Begegnung mit anderen und zum Gespräch. Der Erfahrungsaustausch spiele eine wichtige Rolle, schildern Besucherinnen der Einrichtung. Sie sei gerne hier, erklärt eine junge Mutter. „Man kennt sich untereinander. Das ist hier inzwischen eine richtige Gemeinschaft geworden.“ Doris Haberfield-Jürgens und ihr Team bieten den Bedürftigen auch Begleitung und Hilfestellung bei Problemen im Alltag, etwa beim Ausfüllen von Formularen oder bei Behördengängen. Fragen zu Abrechnungen, Mieterhöhungen und Verzögerungen bei der Auszahlung von Leistungen gehörten zu den häufigsten Problemen der Menschen, erzählt Haberfield-Jürgens. Die Villa Findefuchs finde immer mehr Zuspruch. Durch die Einrichtung seien auch viele Kontakte zu Menschen aus Lage geknüpft worden, die weder Hartz-IV-Empfänger noch Geringverdiener sind. Auch über die Stadtgrenzen hinaus werde das Projekt wahrgenommen. Haberfield-Jürgens erinnert sich an den Besuch in einer Detmolder Schule. Die Gruppe war dort zu einem Gespräch zum Thema Armut eingeladen. „So etwas würden wir sofort wieder machen.“ Die Villa Findefuchs ist mittwochs und freitags von jeweils 15.00 bis 17.30 Uhr geöffnet. Spenden für die Kleiderkammer sind sehr willkommen.
Weitere Informationen gibt es unter Telefon: 05232/6989489 (Doris Haberfield-Jürgens) oder 05232/61030 (Pfarrer Jörg-Stefan Tiessen).

14.03.2011

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