Chile im Mittelpunkt

Gottesdienst zum Weltgebetstag in Berlebeck

Auch in der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Berlebeck wurde ein Gottesdienst zum Weltgebetstag gefeiert.

Detmold-Berlebeck. In Kirchen überall in Lippe ist am vergangenen Freitag (4. März) der Weltgebetstag der Frauen gefeiert worden. Im Mittelpunkt stand das südamerikanische Land Chile. In der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde in Berlebeck führte das Leitwort des Weltgebetstags „Wie viele Brote habt ihr?“ Christinnen und Christen aus drei verschiedenen Kirchengemeinden zu einem gemeinsamen Gottesdienst zusammen.

Frauen aus den evangelisch-reformierten Kirchengemeinden Berlebeck und Heiligenkirchen sowie aus der katholischen Gemeinde hatten den Gottesdienst seit Wochen vorbereitet. Die Kirche war stimmungsvoll geschmückt. Ein Diavortrag stimmte die Besucher auf die Präsidialrepublik Chile ein, die sich auf rund 4300 Kilometern entlang der Anden und des Pazifischen Ozeans erstreckt. Das Land verfügt über vielfältige Klima- und Vegetationszonen und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer und Eisenerz. Chile hat knapp 17 Millionen Einwohner, in der Hauptstadt Santiago lebt rund ein Drittel von ihnen. Hauptsächlich wird spanisch gesprochen. Die Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus Nachfahren europäischer Einwanderer und Mestizen. Lediglich rund fünf Prozent gehört indigenen Völkern an. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind römisch-katholischer Konfession, knapp 15 Prozent sind Protestanten, weitere 10 bis 15 Prozent sind Angehörige anderer Religionen oder Agnostiker. Bekannte Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Chile sind unter anderem die Literatur-Nobelpreisträger Pablo Neruda (1904-1973) und Gabriela Mistral (1889-1957) sowie die Folklore-Musikerin Violeta Parra (1917-1967). Im Februar rückte Chile ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit, als der Süden des Landes von einem verheerenden Erdbeben und einer Flutwelle erschüttert wurde.
Die von Frauen aus Chile erarbeitete Liturgie beschäftigt sich nicht nur mit der Frage nach der gerechten Verteilung der Nahrungsmittel auf der Welt, sondern thematisierte auch die wechselvolle Geschichte des Landes und seine aktuellen Probleme. So kam im Gottesdienst zum Beispiel die Pinochet-Diktatur in den 1970er Jahren zur Sprache. Zudem thematisierten die Frauen das soziale Ungleichgewicht im Land, unter dem besonders Angehörige der indigenen Bevölkerung und Migranten zu leiden haben. Es wurde auch für Frauen gebetet, die in der Gesellschaft benachteiligt und nicht selten Opfer häuslicher Gewalt werden. Trotz der ernsten Themen war viel Optimismus im Gottesdienst zu spüren. So wurden unter anderem die vielfältige Schönheit des Landes und die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Chilenen hervorgehoben. Immer wieder hätten sich Menschen durch die Geschichte des Landes hindurch für Freiheit, Frieden und Solidarität eingesetzt. Der Gottesdienst endete passend zum Motto „Wie viele Brote habt ihr?“ damit, dass Brote verteilt wurden.

07.03.2011

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