Mut zeigen, Frieden lernen

Kreativ-Veranstaltung der Ökumenischen Friedenstage mit 100 Jugendlichen

Im Trommel-Workshop bereiteten sich die Jugendlichen auf ihren Auftritt während der Abschlussfeier vor.

Kreis Lippe/Detmold. Der verträgliche Umgang miteinander und das Verhalten in Streitsituationen standen im Mittelpunkt der Kreativ-Veranstaltung „Es ist Krieg. Entrüstet Euch!“ am Samstag, 13. November, im Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Stadtkirche Bad Salzuflen. Rund 100 Konfirmanden aus vier Bad Salzufler Kirchengemeinden setzten sich im Rahmen der Ökumenischen Friedenstage 2010 in acht Workshops mit der Aufgabenstellung auseinander, Frieden zu lernen und zu bewahren.

Pfarrer Christian Brehme als Vorsitzender der landeskirchlichen „Kammer für öffentliche Verantwortung“, Katja Demma’Indo als Vertreterin des evangelischen Jugend- und Missionswerks MBK sowie Norbert Koch von der Detmolder katholischen Gemeinde Heilig Kreuz hatten zum Kreativ-Tag eingeladen und zusammen mit weiteren Seminarleitern das Programm der Workshops vorbereitet. Die Arbeitsergebnisse wurden in der gemeinsamen Schlussveranstaltung im Gemeindehaus vorgestellt.

Pfarrer Brehme bedankte sich bei allen Jugendlichen und Helfern für deren ermutigendes Engagement. Wenn so viele jüngere Menschen sich gemeinsam und über mehrere Stunden hinweg mit Fragen des friedlichen Miteinanders beschäftigten, dann sei zuversichtlich zu hoffen, dass davon ein Impuls ausgehe, in Zukunft noch verträglicher miteinander umzugehen. Brehme sagte, dass Frieden sich nicht von allein einstelle, sondern dass man ihn lernen müsse. Das alttestamentliche Bibelwort zitierend „Sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Micha 4,3) erläuterte Brehme, dass die Jugendlichen während der Schulzeit und der späteren Berufsausbildung noch viel lernen müssten, aber niemand müsse Krieg lernen. Vor diesem Hintergrund eröffneten politische Absichtsbekundungen, die allgemeine Wehrpflicht abzuschaffen bzw. auszusetzen, den jungen Leuten neue Möglichkeiten. Sollte an die Stelle der Wehrpflicht ein freiwilliger Sozialdienst treten, würde ein solcher Dienst Interessierten die Chance geben, „wichtige Erfahrungen zu sammeln, um mehr Einsicht und mehr Herz zu gewinnen.“ Ein freiwilliger Sozialdienst sei eine Möglichkeit, sich persönlich für den Frieden einzusetzen.

Einsatz für den Frieden setzt zuweilen Mut voraus. Den bewiesen die Konfirmanden in der Trommel-Werkstatt. Obwohl die meisten von ihnen nie zuvor ein Schlaginstrument gespielt hatten, gelang ihnen nach einem intensiven Übungsnachmittag auf der Abschlussfeier ein sehr akzeptabler Rhythmus. Mut zeigten ebenfalls die Besucher des Gospel-Workshops. Zusammen mit Waltraud Huizing erarbeiteten sie den Gospelklassiker „This little light of mine“ und präsentierten ihn stimmungsvoll auf der Bühne des Gemeindehauses. Viel Beifall gab es auch für die Mädchen, die unter der Anleitung von Mareen Schwartmann, Mitglied der Tanzgruppe „Bailandos“ des Sportvereins TuS Eichholz-Remmighausen, eine Choreographie erarbeiteten, die die ausgleichende Kraft des Friedens tänzerisch umsetzte. Aus einem beabsichtigten anfänglichen Durch- und Gegeneinander der jungen Tänzerinnen entwickelte sich im weiteren Verlauf des Tanzes ein immer harmonischeres Miteinander, das seinen Höhepunkt in einem sehr stimmigen Schlussbild fand, gleichsam ein Sinnbild des Friedens.

16.11.2010

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