Mahnung und Auftrag

Gemeinsame Erklärung zum Erntedankfest 2010

Kreis Lippe. „Obwohl unsere Erde alle ernähren könnte, leiden weltweit über eine Milliarde Menschen unter Hunger und Unterernährung, Erntedank erinnert uns an unsere Verantwortung für eine gerechte Verteilung der Güter dieser Erde.“

In ihrer gemeinsamen Erklärung zum Erntedankfest am Sonntag, 3. Oktober, betonen die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche, das Erzbistum Paderborn sowie die Bistümer Münster und Essen gemeinsam mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, dass Erntedank „Auftrag und Mahnung“ sei.
Sichere Erträge, gesunde und preiswerte Nahrungsmittel für alle Menschen seien nicht selbstverständlich: Auch in Zukunft werde die Landwirtschaft vor allem Nahrungsmittel produzieren und dafür sorgen, dass sich die Menschen mit gesunden und frischen Produkten – möglichst aus der Region – versorgen können.

Die bäuerliche Lebenswelt sei heute geprägt durch einen starken sozialen und ökonomischen Wandel: „Landwirtschaft, wie wir sie in unserer Region erleben, ist die Folge der in Brüssel, Berlin und Düsseldorf gesetzten politischen Rahmenbedingungen, des sozialen Wandels und der daraus folgenden wirtschaftlichen Zwänge.“ Noch vor wenigen Jahren bestimmten Gemischtbetriebe das Bild unserer Landwirtschaft. „Heute spezialisieren sich die Betriebe und wachsen, um der nachfolgenden Generation eine Perspektive bieten zu können.“ Einige Betriebe wüchsen in einem Ausmaß, das die bewährte landwirtschaftliche Wirtschaftsstruktur gefährden könnte. Andere Höfe würden ihre Entwicklungsmöglichkeiten verlieren. Hier müsse gefragt werden, welche Formen der Landwirtschaft in Zukunft gewollt seien.
Gleichzeitig wüchsen die Erwartungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft – insbesondere im Kampf gegen den Klimawandel. Hier böten sich mit der Erzeugung erneuerbarer Energien auch vielen Bauernfamilien neue Perspektiven.
Kirchen und Landwirtschaftsverband stellen fest: „Bauern und Bäuerinnen haben einen besonderen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung“. Sie wüssten um ihre Verantwortung und erwarteten im Gegenzug Verständnis und Unterstützung für ihre besondere Situation. Das Erntedankfest sei Anlass, dass Landwirte, Verbraucher, Politiker und Interessenvertreter diesen gemeinsamen Auftrag in den Blick nehmen. Und es erinnere daran, „dass wir Verantwortung tragen, als Konsumentinnen und Konsumenten und als Landwirtinnen und Landwirte – und dass unser Dank für die Gaben, die wir hier in Westfalen und Lippe reich erhalten haben, Gott dem Schöpfer gilt.“

Erklärung

30.09.2010

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