In Deutschland einmalig

Exkursionsteilnehmer informierten sich über Lippische Landeskirche

Dr. Martin Dutzmann (2.rechts) konnte die Teilnehmer einer Exkursion der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen unter der Leitung von Monsignore Prof. Dr. Konrad Schmidt (rechts) im Detmolder Landeskirchenamt begrüßen.


Detmold. Wie ist die Lippische Landeskirche aufgebaut? Was ist der Unterschied zwischen lutherisch und reformiert? Wann wird das gemeinsame Abendmahl zwischen evangelischen und katholischen Christen möglich sein?

Diese und weitere Fragen diskutierte Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann mit rund 30 Teilnehmern einer Exkursion in der Reihe „Natur und Kultur“ der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen.
Unter der Leitung von Monsignore Prof. Dr. Konrad Schmidt hatte sich die Gruppe nach Lippe aufgemacht, um Lemgo, das Schloss in Detmold sowie das Landeskirchenamt zu besuchen. Hier empfing Dr. Dutzmann die Gäste und erzählte Ihnen einiges über die Geschichte der Lippischen Landeskirche, die tief verwurzelt mit dem Kreis bzw. dem ehemaligen Land und Fürstentum Lippe ist. „Es besteht ein hohes Identitätsbewusstsein“, machte Dutzmann deutlich. Eine weitere Besonderheit: In der überwiegend reformierten Lippischen Landeskirche gibt es eine lutherische Klasse, zu der zehn Kirchengemeinden gehören. „Das ist einmalig in Deutschland. Die Lippische Landeskirche ist daher unter den 23 Landeskirchen auch die einzige, die kein Konfessionsmerkmal im Namen trägt.“
Welches Bekenntnis er habe, wurde Dutzmann aus der Gruppe gefragt.
„Ich bin in der Evangelischen Kirche im Rheinland uniert ordiniert worden. Als Landessuperintendent bin ich dem reformierten Teil der Lippischen Landeskirche in besonderer Weise verpflichtet.“ In der Verfassung der Kirche sei nie festgelegt worden, dass der Landessuperintendent reformiert sein müsse: „Das galt offenbar als selbstverständlich.“ Darum sei es möglich, auch eine andere Konfession mitzubringen: „Aber in der intensiven Beschäftigung mit der reformierten Theologie seit meinem Amtsantritt 2005 habe ich meine große Zuneigung zu dieser Konfession entdeckt.“ Sie zeichne sich durch die Konzentration auf das Wort aus. „In einer reformierten Kirche steht in der Mitte der Abendmahlstisch und darauf liegt die aufgeschlagene Bibel, das Fundament unserer Kirche.“ Sowohl Dutzmann als auch Monsignore Schmidt betonten den Wert der unterschiedlichen Konfessionen, ob lutherisch, reformiert oder katholisch. Das sei eine große Bereicherung. Die Traditionen sollten lebendig gehalten werden, ohne sich auseinanderdividieren zu lassen, in „versöhnter Verschiedenheit“. So sei der Wunsch, gemeinsam Abendmahl feiern zu können, sehr groß unter evangelischen und katholischen Christen. „Werden wir das noch erleben?“, fragte eine Teilnehmerin. „Es wird noch Zeit brauchen“, antwortete Dutzmann. Immerhin gebe es auch zwischen Lutheranern und Reformierten erst seit wenigen Jahrzehnten die Abendmahls-Gemeinschaft: „Ich hoffe sehr, dass wir in dieser Frage über die Taufe, also das Sakrament, das uns heute schon verbindet, auf dem Weg zum gemeinsamen Abendmahl weiterkommen.“


14.09.2010

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