Von Geiz bis Trägheit

Die „sieben Todsünden“ als Thema einer Veranstaltungsreihe

Kreis Lippe/Detmold. Sie bezeichnen Laster oder schlechte Eigenschaften, die als Ursache für sündiges Verhalten galten: die sieben Todsünden der mittelalterlichen Theologie. Eine Veranstaltungsreihe der reformierten Kirchengemeinden Detmold-Ost und Detmold-West greift diesen Sündenkatalog im Rahmen des Jahresthemas der Lippischen Landeskirche „…und vergib uns unsere Schuld“ auf.

An acht Abenden werden aktuelle Themen in Expertengesprächen und Diskussionen in Beziehung zu den sogenannten „sieben Todsünden“ – Geiz, Neid, Wollust, Zorn, Völlerei, Hochmut und Trägheit – gesetzt.
Zwar sei der evangelische Sündenbegriff ein anderer als der katholische, erläutert Pfarrer Nils Huchthausen: „Im evangelischen Sinne wird Sünde nicht moralisierend verstanden, sondern als grundlegende Beschreibung des Lebens. Wir Menschen leben getrennt von Gott und sind immer wieder in Schuld verstrickt. Doch ist das nicht das letzte Wort, sondern Gottes befreiende Gnade. Anhand der Todsünden wollen wir uns deshalb in einer orientierungslos erscheinenden Welt mit Fragen beschäftigen, wo der Mensch heilsame Grenzen verletzt und welche Alternativen es dazu gibt."
So wird zum Beispiel der Hochmut in der Veranstaltungsreihe in Bezug zur Atomfrage gesetzt. Huchthausen: „Hochmut insofern, als Menschen glauben, die Technik kontrollieren zu können und vollständig im Griff zu haben. Wohin das führen kann, sehen wir bei der Ölgewinnung und der Katastrophe im Golf von Mexiko.“
In einem Gottesdienst zum Auftakt der Reihe am Sonntag, 12. September, um 19.30 Uhr in der Christuskirche am Kaiser-Wilhelm-Platz wird auf den Sündenbegriff näher eingegangen. Auch alle weiteren Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Am Montag, 13. September, geht es im Gemeindehaus, Karolinenstr. 4, um „Geiz: Handel und Konsum – billig oder fair?“ Für den Vortrag und die anschließende Diskussion konnte Georg Krämer vom Eine-Welt-Haus Bielefeld gewonnen werden.
„Neid: Konkurrenzängste – mein oder dein?“ ist das Thema, zu dem die landeskirchliche Bildungsreferentin Monika Korbach am Mittwoch, 15. September, im Gemeindehaus am Markt sprechen wird.
Dorothee Brand, Sozialberaterin bei Pro Familia, referiert am Montag, 20. September, im Gemeindehaus an der Jerxer Str. 3 zum Thema „Wollust: Sexualität – freizügig oder treu?“. Um den „Zorn“ geht es am Donnerstag, 23. September, im Gemeindehaus an der Martin-Luther-Str. 39 in Zusammenhang mit Militäreinsätzen. Militärdekan Dr. Werner Weinholt ist der Experte zum Thema „Frieden schaffen – Militäreinsätze oder zivile Konfliktbewältigung?“ Die Todsünde der „Völlerei“ bietet Gelegenheit, sich mit der „Ernährung – Steak oder Müsli?“ zu befassen. Eine Ernährungsberaterin der AOK Westfalen-Lippe wird dazu am Montag, 27. September, im Gemeindehaus in der Karolinenstraße referieren. Zum Thema „Hochmut: Atomenergie – Restrisiko oder totale Sicherheit?“ spricht der landeskirchliche Umweltbeauftragte Heinrich Mühlenmeier am Dienstag, 28. September, im Gemeindehaus am Markt, und am Donnerstag, 30. September, heißt es im Gemeindehaus an der Jerxer Str. 3: „Trägheit: Bewegung – Couch oder Fitnessstudio?“ Experte ist der Sportpädagoge Michael Koch von der AOK Westfalen-Lippe.
Weitere Veranstaltungen:
www.lippische-landeskirche.de/kalender

30.08.2010

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