Auf den Spuren jüdischen Lebens in Bad Salzuflen

Zwei Schülerberichte über eine Führung zur Geschichte des jüdischen Lebens in Bad Salzuflen

Bericht-1

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Juden im Dritten Reich“ haben zwei zehnte Klassen des Rudolph-Brandes-Gymnasiums Schötmar eine Stadtführung unternommen.
Gemeinsam mit ihren Religionslehrern Annette Schulz und Pfarrer Friedhelm Nachtigal begab sich die Klasse zu den jüdischen Denkmälern von Bad Salzuflen und erforschte mit fachkundiger Unterstützung von Franz Meier, Kurator des Stadt- und Bädermuseums, die jüdische Geschichte der Salzestadt zur Zeit des Nationalsozialismus.
Während der Führung durch die Innenstadt Salzuflens wurden den Schülern anhand von vielen Fallbeispielen die Einzelschicksale von jüdischen Bewohnern der Stadt näher gebracht, was einige sichtlich bewegte. Auch eine Besichtigung des jüdischen Friedhofs sowie die Besichtigung der Gedenkstätte zur Erinnerung an die Synagoge in der Mauerstraße stand auf dem Tagesplan.
Zudem machte Herr Meier auf die im Herbst in Bad Salzuflen und Schötmar startende Aktion „Stolpersteine“ aufmerksam. Bei dieser Aktion können Bürger Patenschaften für kleine Gedenktafeln übernehmen, die an das Schicksal jüdischer Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus getötet wurden, erinnern sollen.
Alles in allem ein sehr gelungener Tag, wie die Schüler der zehnten Klassen bekräftigten und eine sehr interessante, aber auch informative Reise durch die jüdische Geschichte der Stadt.

( Dustin Beckmann, Klasse 10b, Rudolph-Brandes-Gymnasium)

Bericht-2

Ein Teil der 10. Jahrgangsstufe besuchte jüdische Gedenkstätten in Bad Salzuflen und die andere Teilgruppe solche in Schötmar. Beide Gruppen bekamen die verschiedenen Informationen anhand einer Führung mit Franz Meier von Stadtarchiv Bad Salzuflen.
Er erklärte, dass die erste Synagoge vor 400 Jahren errichtet wurde. Eine Synagoge ist das gleiche wie eine Kirche, nur eben für Juden. [Kirche (christlicher Begriff) = Synagoge (jüdischer Begriff)].
Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird als Reichspogromnacht bezeichnet. In dieser besagten Nacht wurden viele Synagogen zerstört und Fensterscheiben jüdischer Häuser eingeschlagen.
Es gibt einige beeindruckende Familiengeschichten in unserer Stadt. Unter anderem über die relativ wohlhabende Familie Berghausen. Sie führte einen Metallhandel um 1900. David Berghausen wurde verhaftet, da er ein Verhältnis mit einer Christin hatte, und dies war zu der damaligen Zeit strengstens untersagt. Generell hatten Menschen jüdischer Abstammung ein schweres Leben. Sogar zum Einkaufen gab es bestimmte Zeiten. Dadurch wurde das Zusammentreffen mit Juden und Menschen nicht jüdischer Abstammung unterbunden.
Viele Familien wurden boykottiert und wanderten anschließend aus (z. B. eine Familie Andermann nach Argentinien).
Für die verstorbenen Juden werden im Herbst Gedenksteine im Boden verlegt, so genannte „Stolpersteine”. Sie gleichen Grabsteinen, wie wir sie kennen. Auf den Steinen stehen der Name des Verstorbenen, das Geburtsdatum, der Todestag sowie der Ort. Ein Stolperstein kostet um die 95 Euro. In Bad Salzuflen sollen 24 und in Schötmar 33 Stolpersteine verlegt werden.

(Pia Sundermann, Schülerin der Klasse 10a)


16.07.2010

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