Besuch in Siebenbürgen

Delegation der Lippischen Landeskirche zu Gast bei Partnerkirche

Eine Delegation der Lippischen Landeskirche hat jetzt die reformierte Partnerkirche in Siebenbürgen (Rumänien) besucht. Pastor Eckhardt Höver, Landespfarrer Tobias Treseler, Sabine Hartmann, Referentin für Ökumenisches Lernen, Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann und Pfarrer Miroslav Danys, Osteuropabeauftragter der Lippischen Landeskirche wurden begrüßt von Pfarrer József Ötvös (3.v.r.) und Pfarrer Elod Osz (Rumänien) (rechts)

Kreis Lippe/Klausenburg. Deutsche haben die Region jahrhundertelang geprägt, viele Menschen dort sprechen ungarisch, aber politisch gehört die Gegend zu Rumänien: die Rede ist von Siebenbürgen. In diesem kulturgeschichtlich hochinteressanten Landstrich hat die Lippische Landeskirche eine Partnerkirche: die Reformierte Kirche in Siebenbürgen mit Bischofssitz in Klausenburg.

Im Frühjahr hat eine Delegation der Lippischen Landeskirche die Partnerkirche in Rumänien besucht. Der Austausch über kirchliche und theologische Fragen sowie Gemeinde- und Projektbesuche standen dabei im Vordergrund. Besonders beeindruckt zeigten sich die lippischen Delegierten vom Engagement der Kirchenmitglieder in den Gemeinden der Partnerkirche: Pfarrhaussanierungen und handwerkliche Arbeiten zum Erhalt von Kirchen übernehmen diese oftmals in Eigenarbeit.
Eindrücklich waren auch die Besuche in diakonischen Projekten der Partnerkirche: Äußerst motivierte Mitarbeitende in verschiedenen Einrichtungen versorgen und pflegen alte Menschen, kümmern sich um die außerschulische Betreuung von Kindern und sind bereit, viel Zeit in gute Fortbildungen zu investieren. Einige dieser Fortbildungen werden von Lippe aus unterstützt.
Den lippischen Delegierten wurde darüber hinaus deutlich, dass sich das Land Rumänien nach den Jahren des Kommunismus immer mehr auf Westeuropa zubewegt. Das führt für einige Menschen zu wirtschaftlichem Aufschwung, andere stürzen in Armut und Perspektivlosigkeit. Dies wird die reformierte Kirche in Rumänien künftig vor große Herausforderungen stellen. Und die Wunden der Vergangenheit sind ebenfalls noch längst nicht geheilt: ein wichtiges Thema in der Kirche ist zurzeit die Frage nach dem Umgang mit kirchlich Mitarbeitenden, die Spitzeldienste für den früheren Geheimdienst Securitate geleistet haben sollen.
Mit vielen Ideen für den Fortbestand und den Ausbau der Partnerschaft und mit Anregungen für die Arbeit in den lippischen Kirchengemeinden kehrte die Delegation nach Lippe zurück – übrigens im von der Partnerkirche freundlicher Weise zur Verfügung gestellten Bulli, da wegen der Vulkanasche-Wolke über Europa keine Möglichkeit bestand, das Flugzeug zu nehmen.

25.05.2010

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