„Mehr als Geld sammeln“

Kirchenälteste beschäftigen sich mit Fundraising

Am Büchertisch der Buchhandlung Abraxas informierten sich Kirchenälteste über aktuelle Literatur zum Thema Fundraising

Kreis Lippe/Lage-Stapelage. „Fundraising in Kirchengemeinden“ stand im Mittelpunkt des Kirchenältestentages der Lippischen Landeskirche. Auf Einladung des Referates Bildungsarbeit waren in Stapelage etwa 60 Kirchenälteste zusammengekommen. Dass es um mehr geht, als Geld zu sammeln, machte Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann in seiner Begrüßung deutlich: „Fundraising ist Beziehungsarbeit“, so der leitende Theologe der Lippischen Landeskirche.

Die Kirche verliert Mitglieder. Dies liege zum einen an der demographischen Entwicklung, „aber es treten auch zu viele Menschen aus der Kirche aus“, so Dutzmann. Daher sei das Wort Fundraising heute in aller Munde, denn an der finanziellen Situation hätten die Gemeinden derzeit besonders schwer zu tragen. Alles, wofür die Kirchenältesten in den Gemeinden Verantwortung trügen, müsse auch bezahlt werden: „Räume, Personal und auch die geistliche Leitung.“ Dennoch käme es nicht allein darauf an, Geld zu sammeln. Fundraising bedeute Beziehungsarbeit: „Es geht darum, die Menschen einzuladen, zu berühren, zu begeistern und zu überzeugen.“ Denn Gott sei in der Taufe zu jedem von uns in Beziehung getreten: „Wir können mutig und gelassen auf Menschen zugehen, weil die Beziehung, die Gott mit uns eingegangen ist, uns den Rücken stärkt.“
Für Workshops konnten die Fundraiserin Alexandra Ripken (Ziel & Plan, Büro für Projektentwicklung) und Pfarrer Uwe Koß (Referat Fundraising und Sponsoring der Ev. Kirche in Hessen und Nassau) gewonnen werden. Während Ripken den Teilnehmern vermittelte, wie Spender am besten anzusprechen sind, gab Uwe Koß Ratschläge für das Fundraising rund um Orgeln und Gebäudesanierungen – Projekte, die aktuell und in den kommenden Jahren in vielen lippischen Kirchengemeinden anstehen.
Wichtig sei es, langfristige Beziehungen zu den Menschen in der Gemeinde aufzubauen. „Kirche und Religion bewegt die Menschen“, so Koß. Viele hätten eine persönliche Beziehung zu der Kirche in ihrem Dorf. „Stellen Sie nicht nur das Gebäude in den Mittelpunkt. Es sind Menschen, die in die Kirche gehen.“ Möglicherweise seien schon deren Großeltern dort getauft und getraut worden. Die Verantwortung für den Erhalt liege nicht nur beim Kirchenvorstand, sondern bei der ganzen Kirchengemeinde. Und die Menschen in der Gemeinde seien es, die für Spenden angesprochen werden sollten.
Neben dem Besuch der Workshops konnten sich die Kirchenältesten an einem Büchertisch der Buchhandlung Abraxas über aktuelle Literatur zum Thema Fundraising informieren. Für die Organisation des Tages dankte Horst-Dieter Mellies, Landespfarrer für Bildungsarbeit, der landeskirchlichen Fundraiserin und Bildungsreferentin Anja Halatscheff.
Weitere Angebote und Informationen: Referat Jugend-, Frauen und Bildungsarbeit, Tel.: 05231/976-742,
www.lippische-landeskirche.de/bildung

15.03.2010

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